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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
02. Mai 2017

Drogenbeauftragte: Bessere Versorgung für Kinder süchtiger Eltern

Scham und Schuldgefühle - Kinder von süchtigen Eltern versuchen, deren Krankheit zu verheimlichen. Daher ist es schwer, solche Familien zu erkennen und die Kinder aus dem Kreislauf herauszuholen, klagt die Drogenbeauftragte. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat eine bessere Versorgung von Kindern süchtiger Eltern gefordert. "Entscheidend ist erst einmal, dass die Kommunen das Thema erkennen. Die Jugendämter sind der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen", sagte Mortler der Deutschen Presse-Agentur. Sie fügte hinzu: "Sie müssen Informationen und Hilfe koordinieren" - und Ansprechpartner etwa für Lehrer sein, die Hilfe vermitteln wollen.
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In einigen Städten und Gemeinden klappe das vorzüglich, in anderen bleibe der anrufende Lehrer schon in der Telefonzentrale hängen, kritisierte Mortler. Es gebe eine Vielzahl von Angeboten, aber auch noch erhebliche Defizite. So würden noch zu wenige betroffene Kinder erkannt. Zudem fehle es vielen Angeboten an Beständigkeit, etwa weil die Finanzierung brüchig ist.

Und dann fielen noch zu viele Kinder durch das Netz, weil die Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren nicht funktioniere, etwa zwischen Jugendamt und Rentenversicherung oder mit den Kinderärzten. "Zu oft bleibt es dem Zufall überlassen, ob betroffenen Kindern geholfen wird oder nicht", beklagte Mortler.

Experten gehen davon aus, dass heute bei jedem vierten Kind - geschätzt drei bis vier Millionen Kinder - Vater oder Mutter vorübergehend oder dauerhaft psychisch krank sind. Etwa 2,6 Millionen Kinder wachsen demnach in suchtbelasteten Familien auf. Kinder psychisch kranker Eltern haben statistisch gesehen je nach Art der Erkrankung eine drei- bis vierfach höhere Anlage für psychische Erkrankungen.

Die Auswirkungen sind bei jedem Kind anders. "Wir wissen aber, dass die Gefahr, an Depressionen oder Angststörungen zu erkranken, bei Kindern mit suchtkranken Eltern viel höher ist", erläutert die Drogenbeauftragte. Bei suchtbelasteten Kindern gibt es auch häufiger psychische Auffälligkeiten, zum Beispiel Störungen des Sozialverhaltens oder Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS).

Kinder mit einem Suchthintergrund könnten auch drei- bis viermal so häufig selbst abhängig werden wie andere. Sie begännen auch selbst früher Alkohol zu trinken und der Alkoholkonsum nehme auch schneller problematische Ausmaße an, sagte Mortler. Union, SPD und Grüne wollen nach Mortlers Angaben noch im Mai im Bundestag einen Antrag zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern verabschieden. Die Bundesregierung soll noch einmal genau prüfen, wie die Hilfssysteme miteinander arbeiten und wo unter Umständen Nachbesserungen erforderlich sind.

Demnach soll eine Arbeitsgruppe der zuständigen Bundesministerien sowie relevanter Fachverbände und Sachverständiger eingerichtet werden. Diese solle Vorschläge zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil psychisch erkrankt ist, erarbeiten und dabei auch die Wirkungen des Präventionsgesetzes prüfen.
 
dpa



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