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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
25. April 2017

Gewalt in der Praxis: Jeder vierte Arzt brauchte schon Polizei-Unterstützung

Bepöbelt, bespuckt und geschlagen: Dass Ärzte im Rettungsdienst oder in den Notaufnahmen der Kliniken auch auf aggressive Patienten treffen, ist inzwischen bekannt. Weniger Beachtung finden jedoch kritische Situationen in Deutschlands Arztpraxen: Dabei sah sich schon rund jeder vierte niedergelassene Mediziner einmal mit einem körperlich gewalttätigen Patienten konfrontiert.
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Dies geht aus einer aktuellen Befragung des Ärztenachrichtendienstes (änd) hervor, an der sich bundesweit 891 niedergelassene Haus- und Fachärzte aus dem ganzen Bundegebiet beteiligt hatten. Deutlich zeigt die Auswertung, wie häufig gerade das Praxisteam Aggressionen abfedern muss: 44% der Ärzte gaben an, dass sich die eigenen Mitarbeiter pro Woche mindestens mit einem Patienten auseinandersetzen müssen, der grob beleidigend und verbal aggressiv auftritt. Immerhin 21% der befragten Ärzte berichteten, dass sie selbst auch regelmäßig direkt beleidigt oder beschimpft werden.

Erschütternder noch die Antworten auf Fragen nach direkter körperlicher Gewalt: Jeder vierte Arzt (25%) gab an, schon einmal Erfahrungen mit körperlich gewalttätigen Patienten in der eigenen Praxis gemacht zu haben. Aus diesem Kreise berichten 16%, dass es auch schon Verletzungen bei Praxismitarbeitern gegeben habe. 23% aller Umfrageteilnehmer mussten schon einmal die Polizei verständigen, um eine kritische Situation lösen zu können.

Die Geduld mit Patienten, die sich völlig daneben benehmen, ist dabei offenbar groß: Die deutliche Mehrheit (64%) der Ärzte sucht nach eigenen Angaben auch nach einem kritischen Vorfall das Gespräch mit dem Patienten und versucht, die Behandlung fortzusetzen - so sich der Patient einsichtig zeigt. Ein rasches Praxisverbot sprechen dagegen rund 30% der Ärzte aus, sollte es sich bei dem aggressiven Patienten nicht um einen Notfall handeln. Sechs Prozent der Ärzte ziehen eigenen Angaben zufolge gar keine Konsequenzen.

Jeder zweite niedergelassene Arzt (49%) ist davon überzeugt, dass die Zahl aggressiver Patienten in den Praxen des Landes in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen ist. 46 Prozent sehen einen gleichbleibenden Aggressionslevel - lediglich vier Prozent sprechen von einer sich entspannenden Lage. Die kürzlich von der Bundesärztekammer geforderte Gesetzesäderung, nach der härtere Strafen für Angriffe auf Ärzte - als besonders schützenswerter Personenkreis - verhängt werden sollen, stößt bei der Ärztebasis auf positive Resonanz: 66 Prozent der Mediziner halten die Forderung für berechtigt, nur 34 Prozent winken ab.

Interessant auch: Lediglich 18% der Ärzte haben Mitarbeiter in der Praxis, die bereits ein Seminar oder einen Kurs zur Deeskalation beziehungsweise zum Umgang mit aggressiven Patienten absolviert haben. 63% halten solche Lehrgänge für eine gute Idee - haben aber keine Ahnung, wer wo so etwas anbietet. "Ein eindeutiger Arbeitsauftrag an die Kammern und Kassenärztlichen Vereinigungen. Das Angebot muss in diesem Bereich ausgebaut und vorhandene Kurse müssen besser beworben werden", sagt Jan Scholz, Chefredakteur des änd in Hamburg. Das Thema verdiene mehr Aufmerksamkeit und der ambulant tätige Arzt mehr Unterstützung: "Satte 87% der befragten Ärzte zeigten sich davon überzeugt, dass das Thema 'Gewalt in der Arztpraxis' öffentlich gar nicht wahrgenommen wird. Diese Zahl spricht für sich", so Scholz.

An der Onlineumfrage zur Gewalt in der Arztpraxis beteiligten sich vom 19. Bis zum 24. April insgesamt 891 niedergelassene Haus- und Fachärzte.
 
änd Ärztenachrichtendienst Verlags-AG



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