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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
25. April 2017

Global Health Hochschulranking deckt Missstände in der nationalen Spitzenforschung auf

Die studentische Initiative Universities Allied for Essential Medicines Europe e.V. (UAEM) und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) kritisieren, dass viele Medizinfakultäten ihrer globalen Verantwortung nicht gerecht werden. Dabei zeigen vergangene Epidemien wie im Kontext von Ebola, dass Gesundheit nicht nur national gedacht werden darf.
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Wie steht es um das Bewusstsein für globale Gesundheit an unseren Universitäten?

Dieser Frage ging eine Arbeitsgruppe der UAEM in Kooperation mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) in einer aufwändigen Recherche nach. Wir freuen uns, die Ergebnisse dieser Studie am 24. April 2017 in einem Ranking auf www.globale-gesundheit.de veröffentlichen zu können. Die neue Studie und zeigt dabei Lichtblicke, aber auch Defizite an deutschen Universitäten auf.

Die Freiburger Medizinstudentin Nora Lennartz hat maßgeblich an der Studie mitgewirkt. Sie wünscht sich im Hörsaal mehr Diskussionen über die gesellschaftliche Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten: „Zum ersten Mal werden die Hochschulen nicht nach Exzellenz, sondern nach sozialen Aspekten bewertet, und zwar global gesehen! Es ist ein Skandal, dass wir in unserer Leistungsgesellschaft die wirklich wichtigen Themen aus den Augen verlieren.“

Nach dem Vorbild des US-amerikanischen Global Health Rankings (New York Times, 08.04.2013) wurden bundesweit 36 Fakultäten nach drei Aspekten beurteilt:
 
  1. Forscht die Universität im Bereich Global Health, besonders in Bezug auf armutsassoziierte und vernachlässigte Krankheiten?
  2. Fördert die Universität den nationalen und weltweiten Wissenstransfer und eine sozial gerechte Verwertung ihrer Forschungsergebnisse?
  3. Bringt sie ihren Studierenden nahe, was es bedeutet, Gesundheit global zu denken? Fördert sie darüber hinaus auch den internationalen Austausch?
Epidemien wie Ebola zeigen immer wieder, dass Krankheiten keine Grenzen kennen. Deshalb kann Gesundheit nicht nur national gedacht werden. Genau das ist an deutschen Hochschulen selten Thema.

Im von uns heute veröffentlichten „Global Health Hochschulranking“ wird zum ersten Mal systematisch untersucht, welche der 36 medizinischen Fakultäten öffentlich finanzierter Universitäten sich in Deutschland in diesem Bereich engagieren.

Die Ergebnisse des Rankings zeigen:

Es gibt kaum Forschung zu vernachlässigten oder armutsassoziierten Krankheiten. Nur die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bietet im regulären Curriculum ein verpflichtendes Global Health Modul an. Zudem fehlt an 34 der 36 medizinischen Fakultäten ein sozial bewusster Umgang mit Forschungsergebnissen, welche häufig die Grundlage lebensrettender Medikamenten bilden. Wenn medizinische Innovationen an Unternehmen ohne Vorbehalt verkauft werden, dienen sie mehr dem Profit der Pharmaindustrie als dem Gemeinwohl.  

„Das Thema Medikamentenpreise geht uns alle etwas an“, sagt Dr. med. Peter Tinnemann, der den Projektbereich internationale Gesundheitswissenschaften der Charité Universitätsmedizin Berlin leitet. „Bisher wissen aber wenige, dass auch Universitäten für die hohen Preise mitverantwortlich sind. Ein Drittel der Medikamente, die auf den Markt kommen, haben ihren Ursprung in universitärer Forschung. Das neue Hochschulranking fordert zurecht Transparenz auf dem Campus.“

Carolin Siech, Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der bvmd, ergänzt: Jede biomedizinische Entwicklung, die von einer öffentlich-finanzierten Forschungsinstitution gefördert wird, und die das Potential hat, zu einem Medikament weiterentwickelt zu werden, muss auch die Möglichkeit behalten, für die medizinische Versorgung auch in Ländern mit niedrigen Ressourcen zugänglich zu sein.“

Zusammengefasst weist die Studie auf diese Problematik hin, um Studierende, Forschende und die Öffentlichkeit für das Thema gerechte Medikamentenforschung zu sensibilisieren.
Wenn sich deutsche Hochschulen weiterhin mit ihrer Spitzenforschung rühmen wollen, brauchen sie auch ein gerechtes Forschungssystem.
 
Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd)



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