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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
21. April 2017

Raucherland Deutschland – weltweit unter den Top Ten

Deutschland gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall ist hierzulande eine Folge des Tabakkonsums. Dies zeigt die Global Burden of Disease-Studie, die kürzlich im angesehenen Fachjournal „The Lancet“ erschien. In dieser Studie schätzt ein Konsortium namhafter Wissenschaftler für 195 Länder und Territorien die Raucherzahlen ab und berechnet die durch den Tabakkonsum verursachten Todesfälle. Zugleich belegt Deutschland den vorletzten Platz – nur gefolgt von Österreich – auf der Tabakkontrollskala der Europäischen Krebsliga, die staatliche Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums bewertet, und gerade aktualisiert wurde.
Den neunten Platz im Ranking der Länder mit den meisten Rauchern verdankt Deutschland nicht nur seiner hohen Einwohnerzahl, sondern auch dem immer noch hohen Raucheranteil. Dieser ist zwar seit 1990 leicht gesunken, aber nur bei Männern und deutlich weniger als im Durchschnitt aller Länder weltweit. Der Studie zufolge konsumieren in Deutschland rund 20% der weiblichen und 25% der männlichen Bevölkerung täglich irgendeine Form von Tabak – mit schwerwiegenden Folgen.
 
Denn Rauchen ist nach wie vor einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Krankheit und Tod: Weltweit ist mehr als jeder zehnte Tod durch Tabakkonsum verursacht. Dies könnte in den kommenden Jahren noch mehr werden, fürchtet Dr. Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: „Mit der demographischen Alterung der Bevölkerung rollt eine Welle tabakbedingter Todesfälle auf Deutschland zu, weil die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre, von denen vergleichsweise viele zur Zigarette gegriffen haben, jetzt in ein Alter kommen, in dem das Risiko für tabakbedingte Erkrankungen besonders hoch ist.“
 
„Diese Entwicklung kann aufgehalten werden, wenn sich Deutschland endlich für eine konsequente Präventionspolitik entscheidet“, sagt Dr. Dietrich Garlichs, Sprecher der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), einem Zusammenschluss von 20 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Mit dem Tabakrahmenübereinkommen der WHO, das Deutschland unterzeichnet und ratifiziert hat, steht ein Bündel wirksamer Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des Rauchens und dessen gesundheitlicher Folgen zur Verfügung.
 
DANK fordert, dass diese Maßnahmen nun auch entschlossen umgesetzt werden. Dazu gehören insbesondere regelmäßige, deutliche Erhöhungen der Tabaksteuer, ein konsequenter Nichtraucherschutz ohne Ausnahmeregelungen und ein umfassendes Tabakwerbeverbot. „Die Einführung des längst überfälligen Verbots der Außenwerbung für Tabakprodukte, die im Augenblick vom Bundestag blockiert wird, wäre ein wichtiger Schritt zur Eindämmung des Tabakkonsums und der daraus resultierenden Krankheiten und Todesfälle – die Politik muss endlich handeln!“ so Garlichs.
 
Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)
Literaturhinweise:
GBD 2015 Tobacco Collaborators
Smoking prevalence and attributable disease burden in 195 countries and territories, 1990–2015: a systematic analysis from the Global Burden of Disease Study 2015
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2817%2930819-X/fulltext?elsca1=tlpr

Tabakkontrollskala (http://www.tobaccocontrolscale.org/)



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