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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
04. April 2017

Deutscher Hausärzteverband fordert grundlegende Reform des SGB V

Die Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes, Landesverband Baden-Württemberg weist erneut darauf hin, dass die hausärztliche Versorgung in Baden-Württemberg zunehmend gefährdet ist, eine durchgreifende Besserung ist nicht in Sicht. Wesentlichen Anteil daran hat eine Gesetzgebung, die vor nunmehr 25 Jahren unter der Überschrift: „Kampf der Ärzteschwemme“ beschlossen wurde, eine gnadenlose Rationierungssystematik, bekannt als „Lahnsteinpapier“.
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Im Zeichen des zunehmenden Ärztemangels fordert die DV des deutschen Hausärzteverbandes deshalb eine grundlegende Reform des SGB V. Die Delegierten fordern von der neuen Bundesregierung die ersatzlose Beseitigung einer
 
  • „Gesamtvergütung mit befreiender Wirkung“,
  • des EBM mit floatenden Punktwerten statt einer leistungsgerechten Vergütung in Euro,
  • der Regresskeulen im Arznei- und Heilmittelbereich
  • und einer antiquierten Bedarfsplanung.
Entscheidende Grundlage einer künftigen finanzierbaren medizinischen Versorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau ist eine effektive Patientensteuerung. Die hausarztzentrierte Versorgung zeigt in Baden-Württemberg seit mittlerweile 9 Jahren eine wirksame und effektive Patientensteuerung, die von der Bevölkerung akzeptiert wird und zudem eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität nachweist. Die Delegiertenversammlung fordert deshalb von der Politik eine weitere Stärkung der hausarztzentrierten Versorgung. Dafür sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, die Teilnahme ihrer Versicherten an der HZV zu bonifizieren, wie dies z.B. die AOK Baden-Württemberg mit der Zuzahlungsbefreiung für Medikamente bei ihren eingeschriebenen Versicherten seit Jahren erfolgreich umsetzt. Die Bereitschaft der Patientinnen und Patienten, ihre Gesundheitsversorgung durch die hausärztliche Praxis koordinieren zu lassen und ihre(n) Hausärztin / Hausarzt als ersten Ansprechpartner bei Gesundheitsproblemen aufzusuchen, kann beispielsweise auch durch Beitragsrabatte gefördert werden.

Ein weiterer elementarer Eckpfeiler hausärztlicher Versorgungsqualität ist eine kontinuierliche unabhängige hausärztliche Fortbildung, die sich ausschließlich an anerkannten Leitlinien wie z.B. der DEGAM orientiert und frei von einer Einflussnahme durch Industrie oder anderen Interessengruppen im Gesundheitswesen ist. Nur damit ist gewährleistet, dass ausschließlich die optimale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten im Focus der Fortbildung steht. Der Hausärzteverband Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren eine umfassende Fortbildungsstruktur entwickelt, die diesem Prinzip verpflichtet ist und es konsequent umsetzt. Um diese Strukturen weiter zu erhalten und auszubauen, fordert die DV die Bereitstellung von Finanzmitteln, die es erlauben, diese unabhängige Fortbildungssystematik weiter zu entwickeln.

Die bestehende Bedarfsplanung führt bereits heute in rechnerisch überversorgten Gebieten dazu, dass Patienten keine Hausarztpraxis finden.

Die Betreuung von chronisch kranken Menschen hat sich gewandelt. Sie fordert von den engagierten+ Praxisteams eine umfassende Versorgungssteuerung die professionelle und qualifizierte Teamstrukturen braucht, Teampraxis mit Ärzten, MFA's und Verahs.

Wir Hausärzte fordern die Politik auf das Prinzip der Delegation statt Substitution in der ärztlichen Versorgung konsequent zu unterstützen. Kooperationen mit vielfältigen Partnern im Gesundheitswesen bedeutet eben nicht, dass die Verantwortung und Komplexität dieser Versorgung auf verbindliche patientennahe Steuerung verzichten kann.

Wir fordern von der Politik, dass dieser Versorgung auch eine Bedarfsplanung folgt, die dieser Komplexität der medizinischen Versorgung Rechnung trägt. Flächendeckende Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung hierfür stehen wir Hausärzte im Hausärzteverband. Die Politik ist aufgefordert diese aktiv mit zu gestalten.
 
Deutscher Hausärzteverband, Landesverband Baden-Württemberg e.V.



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