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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
03. April 2017

Experten kritisieren IQWiG-Einladungsschreiben zum Gebärmutterhalskrebs-Screening

Die Initiative "GEBÄRMUTTERHALSKREBS VERHINDERN" hat in einer offiziellen Stellungnahme die Textfassungen für das Einladungsschreiben und die sogenannte Entscheidungshilfe kritisiert, die den Frauen im Rahmen des zukünftigen Gebärmutterhalskrebs-Screenings zugehen sollen. Die Experten bemängeln, dass die Entscheidungshilfe keinerlei Empfehlung ausspricht und die Frauen nicht zu einer Teilnahme am Screening ermutigt – gegen die Intention des Nationalen Krebsplans. Zudem überlasten die Textentwürfe die Leserinnen mit einer Fülle von unnötigen und teilweise widersprüchlichen medizinischen Fachinformationen. Eine übersichtliche Zusammenfassung fehlt völlig.
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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist damit beauftragt, einen Textentwurf für Einladungsschreiben und Versicherteninformation zum Gebärmutterhalskrebs-Screening vorzulegen. Im Screeningprozess sollen die Krankenkassen diese Texte an Frauen zwischen 20 und 60 verschicken, um sie so über das Screeningprogramm und die darin eingesetzten Methoden zu informieren. Die Initiative "GEBÄRMUTTERHALSKREBS VERHINDERN" bemängelt, dass das nun vorgelegte Einladungsschreiben, vor allem aber die sogenannte Entscheidungshilfe nicht geeignet seien, das Ziel der selbstverantwortlichen Teilnahme am Gebärmutterhalskrebs-Screening zu fördern. Dies gelte insbesondere hinsichtlich der Frauen, die weniger bereit sind, sich mit den Details des Themas zu befassen. Die Entscheidungshilfe präsentiere nämlich auf gut 20 Seiten eine Fülle von medizinischen Fachinformationen, die für eine Entscheidung zur Teilnahme nicht relevant seien und eher verwirrten. Eine allgemeinverständliche Zusammenfassung fehlt dagegen völlig.

Zudem enthält der Text ungenaue und uneinheitliche Aussagen zu der Leistungsfähigkeit der im Screening eingesetzten Untersuchungsmethoden: So spricht er einerseits davon, dass ein einzelner Pap-Test „nicht sehr zuverlässig“ sei, um an anderer Stelle zu behaupten: „Es ist kein Nachteil, wenn man bis zum Alter von 34 Jahren den Pap-Test nur alle 2 oder 3 Jahre in Anspruch nimmt“ (Entscheidungshilfe für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren, S. 15). „Der Textentwurf macht widersprüchliche Aussagen zur Leistungsfähigkeit der Methoden und legt insgesamt ein zu großes Gewicht auf ihre Leistungsgrenzen. So werden Frauen eher verunsichert, statt ermutigt, zur Früherkennung zu gehen“, äußert sich Zytologe Prof. Dr. Henrik Griesser, Mitbegründer der Initiative. Epidemiologe Dr. Sven Tiews, der die Stellungnahme im Namen der Initiative eingereicht hat, ergänzt: „Die Empfehlung zur Teilnahme fehlt in beiden Texten komplett. Eine möglichst große Teilnahmerate ist aber per definitionem das Ziel eines bevölkerungsbezogenen Screenings“. Die beiden Textfassungen müssten insgesamt unter dem Gesichtspunkt ihrer Zielsetzung und der daran zu messenden didaktischen Qualität grundlegend überarbeitet werden, so die Experten. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass in den Schreiben immer noch von dem seit den Siebzigerjahren eingesetzten „Pap-Test“ die Rede ist. In den Eckpunkten des G-BA sind dagegen "zytologische Untersuchungen“ vorgesehen – was somit auch modernere Verfahren wie etwa die Dünnschichtzytologie einschließt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im September letzten Jahres die neuen Eckpunkte eines Screenings auf Gebärmutterhalskrebs entsprechend den Prioritäten des Nationalen Krebsplans beschlossen. Eine der zentralen Forderungen darin ist, die Teilnahmeraten an Früherkennungsuntersuchungen zu erhöhen.

Dr. Markus Lütge, Gynäkologe und Mitglied der Expertengruppe betont die Gesprächsbereitschaft der Initiative: „Für Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit an einer verbesserten Ansprache der Frauen für eine höchstmögliche Teilnahmerate an einem optimalen Gebärmutterhalskrebs-Screening.
 
Initiative GEBÄRMUTTERHALSKREBS VERHINDERN



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