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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
08. März 2017

Reinhardt lobt Regierungspläne für feste Personaluntergrenzen an Kliniken

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, hat Regierungspläne zur Festlegung von Personaluntergrenzen an Kliniken als „wichtige Weichenstellung“ für die Arbeitssituation des Personals an deutschen Kliniken bezeichnet. Die Verpflichtung für Krankenkassen und Kliniken, derartige Personalgrenzen im Bereich der Pflege nicht zu unterschreiten, dürfe allerdings nur der Anfang sein. Wirklich greifen könne eine solche Maßnahme nur, wenn sie parallel auch für das ärztliche Personal gelte, sagte Reinhardt – nicht zuletzt mit Blick auf die in der vergangenen Woche veröffentlichte Umfrage des Hartmannbundes „Ärztliche Arbeitswelten. Heute. Und Morgen.“.
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Diese hatte teils massive Missstände im Bereich der Arbeitsbedingungen von Ärztinnen und Ärzten an deutschen Kliniken – maßgeblich verursacht durch Personalmangel – aufgezeigt. Danach sind bis zu zehn Überstunden und mehr pro Woche unter dem Druck von ökonomischen Zwängen und Personalmangel eher die Regel als die Ausnahme. Mindestens jeder zweite Arzt in Weiterbildung ist von seinem Arbeitgeber schon einmal direkt oder indirekt aufgefordert worden, Überstunden nicht zu dokumentieren. Pausenzeiten können von der Hälfte der Befragten selten bis nie eingehalten werden und 65% der befragten jungen Ärztinnen und Ärzte sehen ihre Arbeitszeiten als vom Arbeitgeber nicht objektiv und manipulationssicher erfasst. Eine Patientenversorgung, wie sie ärztlichen Ansprüchen gerecht würde, so der Hartmannbund-Vorsitzende, sei damit nicht mehr zu gewährleisten.
 
Reinhardt appellierte an Krankenkassen und Krankenhäuser, die geplante Regelung als Chance zu begreifen, sich den dringend notwendigen Anforderungen hinsichtlich einer adäquaten Personalausstattung zu stellen: „Wenn in unserer Umfrage 64% der Befragten die Personalausstattung als nicht ausreichend betrachten, so spricht das Bände“. Der Hartmannbund hatte zuletzt auf dem Deutschen Ärztetag 2016 feste Personalschlüssel für Ärzte und Pflege gefordert.
 
Hartmannbund



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