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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
02. März 2017

Neue Helmholtz-Institute für Gesundheitsforschung gegründet

Die Gesundheitsforschung in Deutschland wird durch die Gründung von drei neuen Helmholtz-Instituten gestärkt. Den geplanten Kooperationen jeweils einer Universität und eines Helmholtz-Zentrums in den Bereichen Krebsimmuntherapie, Stoffwechsel- und Infektionsforschung wurde von internationalen Gutachtergremien herausragende wissenschaftliche Qualität bescheinigt und ihre Etablierung empfohlen.
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Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, begrüßte die Entscheidung der Helmholtz-Gemeinschaft: "Mit der Gründung von drei neuen Helmholtz-Instituten bekommt Deutschland wichtige Innovationsstätten für die Gesundheitsforschung."

In den letzten Jahren haben Forscher erkannt, durch welche Mechanismen sich Krebszellen gegenüber dem körpereigenen Immunsystem schützen. "Mit dem neuen Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON) in Mainz soll ein international führendes Zentrum auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie entstehen. Diese wird künftig eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Tumoren spielen", sagte Rachel. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) geht dafür gemeinsam mit der Johannes-Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin Mainz eine strategische Partnerschaft ein. Die bereits existierende gemeinnützige TRON GmbH wird hierzu zu einem Helmholtz-Institut ausgebaut.

Gemeinsam mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ruft das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) ins Leben. Ähnlich aufgebaut wie die DNA ist die Ribonukleinsäure (RNA) von zentraler Bedeutung bei der Produktion von Eiweißen im Körper. In jüngster Zeit wird immer deutlicher, dass bestimmte Arten von RNA-basierten Kontrollmechanismen den Verlauf von Infektionserkrankungen entscheidend beeinflussen. RNA-Moleküle sind deshalb ideale Kandidaten für eine individualisierte Diagnostik. Das HIRI mit Sitz in Würzburg soll zu einem besseren Verständnis von Infektionen beitragen und signifikante Fortschritte in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten ermöglichen. "Das Institut ist mit seiner wissenschaftlichen Ausrichtung international führend, hoch innovativ und weltweit einmalig. Der Wissenschaftsstandort Deutschland wird in der Infektionsforschung nachhaltig gestärkt", sagte Rachel.

Das Helmholtz Zentrum München (HMGU) und die Universität Leipzig werden gemeinsam in Leipzig das Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) aufbauen. Es widmet sich bisher ungelösten Fragen des Zusammenspiels von Übergewicht, Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen. Die biomedizinische Grundlagenforschung des HMGU im Bereich Diabetes und Stoffwechselkrankheiten werden mit der wissenschaftlich-klinischen Expertise und Exzellenz der Universität Leipzig im Bereich Adipositas und deren Folgen kombiniert. Bei einer Adipositas liegen hormonelle und entzündliche Änderungen vor, die zu einem erhöhten Risiko für Diabetes, Fettleber, Bluthochdruck, Schlaganfall, Gefäßerkrankungen und Krebs führen. Im HI-MAG werden die zugrundeliegenden molekularen Signalwege entschlüsselt und auf dieser Basis individuelle Strategien für Prävention und Therapie entwickelt. "Weltweit erstmalig wird ein Institut gegründet, das exzellente präklinische und klinische Forschung im Bereich der Fettgewebsforschung systematisch vereint", sagte Rachel.

Die 18 Helmholtz-Zentren Deutscher Forschungseinrichtungen und ihre Helmholtz-Institute werden zu 90% vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10% von den jeweiligen Sitzländern finanziert. In der Aufbauphase von 2017 bis 2020 werden die drei neuen Helmholtz-Institute durch die jeweiligen Sitzländer und beteiligten Universitäten finanziert; ab 2021 werden sie dann in die programmorientierte Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft mit einer 90 prozentigen Bundesförderung überführt. Das Gesamtbudget eines voll etablierten Helmholtz-Instituts liegt bei bis zu 5,5 Millionen Euro jährlich.

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/de/gesundheitsforschung-136.html
 
Bundesministerium für Bildung und Forschung



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