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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
16. Februar 2017

Eckpfeiler für ein nachhaltiges Gesundheitssystem: Wirtschaftlichkeit und Innovationen

Die Therapielandschaft im Biologika-Markt ist komplexer denn je, insbesondere seit die ersten Biosimilars zur Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen auf den Markt kamen und demnächst weitere folgen werden. Diese aktuellen Entwicklungen prägen das derzeitige und zukünftige Spannungsfeld zwischen der Gestaltung eines wirtschaftlichen Gesundheitssystems und dem medizinischen Fortschritt.
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Dabei sollte das Wohl des Patienten weiterhin im Mittelpunkt stehen, die Therapiefreiheit des Arztes gewahrt werden und Präparatewechsel nicht aus rein ökonomischen Gründen erfolgen. Dafür plädierte Dr. Stefan Simianer, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei AbbVie Deutschland, im Rahmen der 22. Handelsblatt Jahrestagung Pharma 2017. Er zeigte zudem das Bedürfnis der Patienten und Ärzte für neue, innovative Medikamente sowie die Notwendigkeit des medizinischen Fortschritts auf: „Wir haben noch viel zu tun und forschen weiter.“
 
„Früher gab es viele Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, die im Rollstuhl in die Arztpraxis kamen. Ihre Lebensqualität war deutlich geringer als die der durchschnittlichen Bevölkerung.(1,2) Dieses Bild hat sich heute enorm gewandelt,“ berichtet Dr. Simianer. Durch moderne, die Standardmedikation ergänzende Therapieoptionen, wie Biologika, haben sich sowohl die körperlichen als auch die psychischen Faktoren der Lebensqualität dieser Patienten mittlerweile deutlich verbessert.(3) Und das gilt auch noch nach zehn Jahren Therapiedauer: Studienergebnisse zeigen, dass fast zwei Drittel der mit einem Original-Biologikum in Kombination mit einem Basismedikament behandelten Patienten ihre körperliche Funktionsfähigkeit erhalten konnten.(4) Zudem hatten diese ca. 50% weniger Arbeitsunfähigkeitstage als Patienten ohne eine entsprechende Therapie.(5)
 
Hoheit des Arztes wahren und Therapiewechsel aus nicht medizinischen Gründen vermeiden

Heute ist die Therapielandschaft – nicht nur für Patienten mit Rheuma und ihre Ärzte – komplexer denn je. Zu jedem biologischen Wirkstoff in der Gruppe der TNF-Blocker stand ursprünglich ein Original-Produkt zur Verfügung. Im Februar 2015 kam ein erstes Biosimilar als Nachahmerpräpa­rat auf den deutschen Markt. In den kommenden Monaten und Jahren werden weitere folgen, sodass es zu einem Wirkstoff neben dem Original-Biologikum mehrere Biosimilars geben wird. Diese sind ähnlich (engl. similar) zum Referenzprodukt. Identische Kopien wie bei Generika einfacher, durch chemische Synthese hergestellter Medikamente sind nicht möglich.(6) Dies liegt begründet in dem sensiblen Herstellungsprozess von Biologika, die in lebenden Zellen produziert werden. „Daher können die rechtlichen, gesundheitspoliti­schen und medizinischen Rahmenbedingungen von Generika nicht auf Biosimilars übertragen werden,“ sagte Dr. Simianer. Dazu gehört, dass bei Biologika ein Präparatewechsel nicht aus Kostengründen, sondern nur auf Basis medizinischer Kriterien erfolgen sollte und die Therapiehoheit beim Arzt liegt.
 
Medizinischer Fortschritt und Wirtschaftlichkeit im Gleichgewicht

„Als Vertreter eines Unternehmens, das Original-Biologika entwickelt und herstellt, bin ich mir bewusst, dass wir die Verantwortung für ein nachhaltiges Gesundheitssystem mittragen. Aus meiner Sicht sind dafür zwei wichtige, tragende Säulen notwendig: Wirtschaftlichkeit und Innovation,“ berichtete Dr. Simianer. Er betonte die Wichtigkeit von Innovationen und medizinischem Fortschritt. Dies sei nicht nur für den Forschungsstandort Deutschland essenziell, sondern vor allem auch für Patienten und ihre behandelnden Ärzte. „Wir sollten die Notwendigkeit für neue Therapien nicht aus dem Blick verlieren,“ so Dr. Simianer.
 
Denn trotz wesentlicher medizinischer Fortschritte gibt es nach wie vor einen hohen Bedarf an neuen, innovativen Therapiemöglichkeiten, insbesondere für Patienten, die bisher noch nicht adäquat therapiert werden können. Bei etwa 30% der Menschen mit rheumatoider Arthritis, die mit einem Biologikum behandelt werden, ist die Krankheitsaktivität nicht ausreichend unter Kontrolle.(7) Und für manche chronischen Erkrankungen gibt es bisher noch keine Medikamente, mit denen Ärzte die Krankheitsaktivität ihrer Patienten verlangsamen, stoppen oder umkehren können.(8) Diesen Patienten helfen weder die bestehenden Original-Biologika noch deren Nachahmerpräparate.
 
AbbVie hat sich der Innovation verpflichtet

Eine Herausforderung für die Gesundheitsversorgung liegt somit weiterhin in der Erforschung innovativer Therapien für diese bislang ungedeckten medizinischen Bedürfnisse. „Aus diesem Grund stehen wir bei AbbVie für 100% Innovation. Forschung und Entwicklung hat bei uns den höchsten Stellenwert, damit hoffentlich in Zukunft noch mehr Patienten mit chronischen Erkrankungen geholfen werden kann“, so Dr. Simianer. Allein im Jahr 2015 hat AbbVie etwa 18,7% des Umsatzes in die Erforschung neuer Behandlungsoptionen investiert.(9) Gemessen an seiner Bruttowertschöpfung(10) hat das Unternehmen in Deutschland eine F&E-Intensität von 80,2%.(11) Das ist fast drei Mal höher als der Branchendurchschnitt.(12) In AbbVies Pipeline befinden sich derzeit ca. 30% Biologika.9 Bis 2020 werden 20 neue Zulassungen (Produkte oder Indikationen) für die derzeit in der Entwicklung befindlichen Programme erwartet, beispielsweise in den Bereichen Hepatitis C, Immunologie, Onkologie und Erkrankungen des zentralen Nervensystems.(9)
 
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Literaturhinweise:
(1) Deeg M 2012: Management rheumatoider Arthritis in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des Krankenversicherungsstatus. Dissertation. Universität Duisburg-Essen
(2) Ellert U und Bellach BM 1999: Der SF-36 im Bundes-Gesundheitssurvey – Beschreibung einer aktuellen Normstichprobe. Gesundheitswesen 61: 184-190
(3) Keystone, EC et al., Ann Rheum Dis 2004 May;50(5):1400-11
(4) Keystone, EC et al., Ann Rheum Dis 2013;72 (Suppl3):227
(5) van Vollenhoven RF et al., Arthritis Care Res 2010; 62: 226-234
(6) vfa Broschüre: Biopharmazeutika – Hightech im Dienst der Patienten
(7) Rubbert-Roth and Finckh A, Arthritis Research & Therapy 2009, 11(Suppl 1):S1.
(8) Ava K. Kiser, OD and Peter J. Pronovost, MD, PhD, JAMA. 2009 Apr 22; 301(16): 1708-1709.
(9) AbbVie Daten und Fakten zur Pipeline, Stand Oktober 2016. Im Internet unter: http://www.abbvie.de/content/dam/abbviecorp/de/docs/factsheets/Factsheet_AbbVie_Pipeline.pdf
(10) Leistungsbeitrag eines Unternehmens zum Bruttoinlandsprodukt
(11) AbbVie Chronisch Umdenken. Neue Impulse zum Umgang mit chronischen und schweren Erkrankungen, S.17, Stand 2014. Im Internet unter: http://www.abbvie.de/content/dam/abbviecorp/de/docs/Unternehmensbroschuere_AbbVie_Deutschland.pdf
(12) efpia und Wifor: Research Report - The Economic Footprint of Selected Pharmaceutical Companies in Europe



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