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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
26. Januar 2017

Zweites Pflegestärkungsgesetz: Die wichtigsten Veränderungen

Seit dem 1. Januar 2017 gilt in Deutschland das Zweite Pflegestärkungsgesetz. Damit hat die Bundesregierung die Inhalte der Pflegeversicherung umfassend reformiert. Die Einführung der Pflegegrade statt Pflegestufen, ein verändertes Begutachtungsinstrument und verbesserte Leistungen sind die größten Änderungen der Reform. Das neue Gesetz regelt nun auch eine umfassende Versorgung und somit gleichberechtigte Pflege von Menschen mit geistigen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen.
Die Pflegekasse zahlt für Pflegepersonen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause pflegen, Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Voraussetzung ist der Anspruch der zu pflegenden Person auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Nach der neuen Pflegereform werden die Beiträge bereits ab einer wöchentlichen Pflegezeit von mindestens zehn Stunden an mindestens zwei Tagen pro Woche gezahlt. Außerdem übernimmt die Pflegekasse Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, wenn die versicherungspflichtige Beschäftigung des pflegenden Angehörigen pausiert oder aufgegeben werden muss. Die gesetzliche Unfallversicherung gilt auch für Pflegepersonen ununterbrochen.

Die Neuerungen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes

Das neue Pflegegesetz zielt darauf ab, die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Personen so lange wie möglich zu erhalten. Daran orientiert sich auch das neue Begutachtungsinstrument.
 
Die Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade erfolgt automatisch


Leistungen

Die folgenden Beträge für Leistungen gelten seit 1. Januar 2017:
 
Leistungsbeiträge ab 2017: Die Höhe richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden


Reform: Was bedeutet das für Pflegebedürftige?

Wenn bereits Pflegebedürftigkeit vorliegt oder ein Angehöriger gepflegt wird, muss man sich um nichts kümmern. Die Pflegekasse übernimmt die Einstufung in den neuen Pflegegrad. Die Überleitung erfolgte automatisch, ohne dass ein Antrag gestellt werden musste.

Im Falle einer neu eingetretenen Pflegebedürftigkeit erfolgt die Begutachtung für die Betroffenen oder Angehörigen wie bisher vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Als Grundlage dient das neue Begutachtungsinstrument. Dieses besteht aus sechs Kriterien, die bei der Begutachtung der pflegebedürftigen Person herangezogen werden: Bewegungsfähigkeit, sprachliche und geistige Kompetenz, Verhalten, Selbstversorgung, Selbstständigkeit im Umgang mit Krankheit und Medikamenten, Tagesgestaltung und mit anderen Menschen in Kontakt treten.

Jedes Kriterium wird unterschiedlich gewichtet, Bewegung zum Beispiel 10%. Zusammen ergeben sie 100%. Jeder Pflegegrad hat eine bestimmte Punktezahl, die erreicht werden muss, um jeweils eingestuft zu werden.

Die Infografik veranschaulicht das System der Einstufung:
 
Sytem der Einstufung in Pflegegrade


Noch mehr ausführliche Informationen zur Pflegereform bietet die AOK Hessen auf folgenden Seiten: hessen.aok.de.
 
AOK Hessen



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