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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
22. Dezember 2016

Psychische Erkrankungen intensiver erforschen

Mit Medikamenten gegen Depressionen ist nicht viel Geld zu machen. Daher ist die Bereitschaft der Pharmaindustrie gering, auf diesem Gebiet zu forschen. Damit wäre der Staat gefragt. Die Fachgesellschaft für psychische Erkrankungen DGPPN hat eine intensivere Forschung auf dem Gebiet psychischer Erkrankungen wie Depressionen gefordert.
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Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, Iris Hauth, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt in Deutschland bereits Deutsche Zentren für Krebsforschung oder Deutsche Zentren für Kreislaufforschung. Und wenn man davon ausgeht, dass psychische Krankheiten Volkskrankheiten sind, dann wäre es auch an der Zeit, ein Deutsches Zentrum zur Erforschung von psychischen Erkrankungen zu haben."

Es gebe zwar inzwischen Forschungsnetzwerke, auch für die Psychotherapieforschung. Aber deren Laufzeit sei mit vier, fünf Jahren zu kurz. "Wenn man wirklich ernsthaft weiterkommen will, dann sollten wir eine Strukturförderung haben und Netze, die auch längerfristig forschen. Sonst haben sie nicht genügend Zeit, um die Ergebnisse der Studien wirklich ausgereift in die klinische Praxis zu bringen."

Hauth beklagte, dass es - unabhängig von der Pharma-Industrie - keine staatlich geförderte Medikamentenforschung auch auf dem Gebiet der Depressionen gebe. "Wo die Industrie nicht mehr forschen will, müsste eigentlich staatliche Forschung greifen." Im Grunde gibt es seit Jahren keine wesentlichen Innovationen auf dem Gebiet der Anti-Depressiva. Positive Veränderungen hätten neue Präparate vor allem bei den Nebenwirkungen gebracht.

Nach Worten der DGPPN-Präsidentin ist bei der Patientenversorgung im ambulanten Bereich ein Stadt-Land-Gefälle zu beobachten. "Großstädte wie Berlin sind gut versorgt, während die neuen Bundesländer und die Flächenländer zu wenig Fachärzte für Psychiatrie und Psychosomatik haben", sagte sie.

Der Bedarfsplan für die niedergelassenen Fachärzte und psychologischen Therapeuten müsse überarbeitet werden. Zudem seien Anreize nötig, damit die Fachleute auch in unterversorgte Regionen gehen. Generell würden niedergelassene Fachärzte für Psychiatrie, also die Vertreter der sprechenden Medizin, völlig unzureichend honoriert, machte Hauth deutlich.

Insgesamt funktioniere die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationären Bereich nicht richtig, erläuterte Hauth. "Eine Sektor übergreifende verbindliche Kooperation müsste kommen." Hauth fügte hinzu: "Ich bin der festen Überzeugung, das kriegen wir nur hin, wenn Politik Leitplanken vorgibt." Ansonsten kümmere sich jeder nur um seinen eigenen Sektor.

Potenzial sieht Hauth auch in der Telemedizin. Lange Wartezeiten könnten durch internetbasierte Interventionen überbrückt werden. Zudem sieht sie hier Möglichkeiten, die Sektor übergreifende Zusammenarbeit zu verbessern. "Wenn beispielsweise Hausärzte fachärztlichen Rat bei Diagnose und Therapie benötigen, könnten sie diese im Internet von spezialisierten Kliniken oder Unikliniken erhalten."
 
dpa



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