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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
15. Dezember 2016

2017 bekommen zusätzlich 200.000 Menschen Pflegeleistungen

Die Bundesregierung und die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) rechnen im ersten Jahr der Umstellung auf die neue Pflegebegutachtung mit 200.000 Pflegebedürftigen mehr. "Mehr Menschen werden - insbesondere durch den Pflegegrad 1 - als pflegebedürftig anerkannt werden und dadurch Anspruch auf Leistungen haben", erläuterte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes, Peter Pick, am Donnerstag in Berlin. Mittelfristig würden zu den heute 2,8 Millionen Leistungsempfängern sogar weitere 500.000 hinzukommen.
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Zum 1. Januar tritt die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II in Kraft. Kern der Reform ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Demzufolge bekommen Pflegebedürftige mit geistigen Einschränkungen wie Demenz den gleichen Zugang zu Leistungen wie die Menschen mit körperlichen Behinderungen. Entsprechend ändert sich die Begutachtung. Die Pflegebedürftigkeit wird nicht mehr so sehr nach dem zeitlichen Aufwand bewertet, sondern vielmehr nach der Selbstständigkeit oder Nichtselbstständigkeit der betroffenen Menschen.

Die bisherigen drei Pflegestufen werden übergeleitet in fünf Pflegegrade, die dann eine genauere Einschätzung der Bedürftigkeit ermöglichen sollen. Die Überleitung geschieht automatisch, die bereits heute Pflegebedürftigen werden benachrichtigt, welchen Pflegegrad sie künftig haben werden. Es gilt mindestens Bestandsschutz bei den Leistungen. In aller Regel aber wird künftig günstiger eingruppiert.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte: "2017 wird ein gutes Jahr für Pflegebedürftige und ihre Familien sowie unsere Pflegekräfte." Insgesamt stünden für die Pflege pro Jahr fünf Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung.
 
dpa



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