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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
08. November 2016

Umfrage: Ärzteschaft bewertet Standesvertretung

Wie zufrieden sind die niedergelassenen Haus- und Fachärzte in Deutschland mit der Arbeit ihrer Landesärztekammer? Der Ärztenachrichtendienst (änd) startete eine bundesweite Umfrage unter den Medizinern. Das erste Ergebnis liegt nun vor - und sollte den Kammern schwer zu denken geben: Zwar erhielten sie in den Bereichen Fort- und Weiterbildung sowie bei der Schlichtung von Patientenbeschwerden noch brauchbare Noten. Ohrfeigen gab es jedoch für die kaum wahrnehmbare Öffentlichkeitsarbeit sowie bei der Vertretung ärztlicher Interessen nach außen.

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Zu den Aufgaben einer Ärztekammer gehört die Vertretung ärztlicher Interessen nach außen - so lapidar ist es zumindest oft zu hören oder zu lesen. Die rund 1.200 an der Umfrage teilnehmenden Ärzte sind sich aber offenbar nicht so sicher, dass dies auch klappt: Satte 66% gaben an, dass dies der Kammer im eigenen Bundeland kaum oder gar nicht gelingt (im Schulnotensystem eine 4 bis 6). Ein "sehr gut" in diesem Bereich sehen sogar nur vier Prozent. Ebenfalls bedenklich: Die Antwort auf die Frage nach der berufspolitischen Kompetenz der Führungspersonen. 64% der Umfrageteilnehmer sehen wenig oder keine Kompetenz in den Chefetagen der Landesärztekammern.

Ein wenig besser - wenn auch kein Ruhmesblatt - fallen die Antworten auf die Frage nach der Beratungskompetenz der Kammern bei berufsethischen oder berufsrechtlichen Fragen aus. 59% geben für die Beratungsleistungen schlechte Noten (4 bis 6). Die Note 3 vergaben immerhin 17% und 19% ein "gut". Das "sehr gut" für den Beratungsservice sprachen fünf Prozent der Ärzte aus.

Weiter sollten die Mediziner beurteilen, ob die Kammern Themen rund um die Fort- und Weiterbildung professionell und mitgliederfreundlich bearbeiten. Dem konnte immerhin mehr als jeder Zweite zustimmen - 56% gaben die Note 1 bis 3. Völlige Fehlleistungen in dem Sektor (die 6) attestierten nur 12% der Teilnehmer.

Ein wenig Aufatmen können die Kammern auch, was die Schlichtung von Patientenbeschwerden angeht: 63% der Ärzte glauben, dass die Kammern dabei einen guten oder zumindest brauchbaren Job machen. Nur 37% sehen die Arbeit in diesem Sektor eher kritisch - die Note 6 vergaben allerdings nur 10% der Teilnehmer.

Ein Warnsignal geht dagegen an die Presseabteilungen der Kammern. Die versendeten Mitgliederinformationen (Ärzteblatt, Rundschreiben, Newsletter) werden zwar von rund der Hälfte der Ärzte (49 %) als sehr interessant oder zumindest lesenswert eingeschätzt. Für die Öffentlichkeitsarbeit gibt es dagegen eine kräftige Watschn: Satte 67% der Ärzte konnten nur die Noten "ausreichend", "mangelhaft" oder "ungenügend" vergeben. Die schlechteste Note 6 ("Öffentlichkeitsarbeit nicht wahrnehmbar") kreuzte sogar jeder Dritte (29%) an.

Drastisch auch die Antworten auf die Frage nach dem von den Ärzten an die Körperschaften zu zahlenden Kammerbeitrag: Nur 12% der teilnehmenden Ärzte halten dessen Höhe ohne Abstriche für fair. 25% stöhnen zwar über einen ihrer Meinung hohen Beitragssatz - halten ihn aber gerade noch für angemessen. Eine Mehrheit von 64% findet den eigenen Kammerbeitrag dagegen "viel zu hoch".

Diese erste Umfrage des Ärztenachrichtendienstes zu diesem Thema mündete schließlich in einer Grundsatzfrage: Die Haus- und Fachärzte waren aufgefordert, folgenden Satz zu bewerten: "Die Arbeit der Ärztekammern ist wichtig und richtig - die Ärzteschaft braucht diese Einrichtungen."

27% der Teilnehmer hielten diesen Satz für voll zutreffend (Note 1), 19% für zutreffend (Note 2) und 10% für immerhin einigermaßen zutreffend (Note 3). Insgesamt geht die Runde also mit einem blauen Auge knapp an die Kammern: Eine dünne Mehrheit von 56% der Umfrageteilnehmer stehen deutlich hinter den Einrichtungen. Doch Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen kann, sehen wahrlich anders aus: 10% der Ärzte haben Zweifel daran, dass die Ärzteschaft die Kammern unbedingt braucht (Note 4). 13% äußern deutliche Zweifel (Note 5) und ganze 21% sind sich ganz sicher: Die Ärzteschaft braucht die Kammern in der derzeitigen Form nicht ("Sechs, setzen").

Die Online-Umfrage lief vom 01. bis zum 04. Oktober 2016. Insgesamt 1.208 niedergelassene Haus- und Fachärzte aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligten sich in dem vorgegebenen Zeitraum an der Umfrage. Der änd plant weitere Umfragen zu diesem Themenbereich.

 
Quelle: Ärztenachrichtendienst Verlags-AG (änd)



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