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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
03. November 2016

Deutsche Leberstiftung organisiert nationales Strategietreffen

Auf der 69. Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf verabschiedeten die Delegierten Mitte des Jahres Maßnahmen zur Eliminierung von viraler Hepatitis. Bis zum Jahr 2030 sollen Hepatitis B und C nach dem Willen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eliminiert sein. Wie dieses Ziel auch in Deutschland erreicht werden kann, thematisiert das "Strategietreffen Virushepatitis in Deutschland eliminieren - Elimination of Viral Hepatitis in Europe: the German strategy".

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Die Deutsche Leberstiftung veranstaltet das Strategietreffen am 30. November 2016 von 13:00 bis 18:15 Uhr im Kaiserin-Friedrich-Haus, Robert-Koch-Platz 7 in Berlin. Es richtet sich an Experten aus den Bereichen Medizin und Gesundheitswesen, der Patienten-Selbsthilfe und der Pharmaindustrie.

Allein die Zahlen im Bereich Hepatitis C sind alarmierend: Jährlich sterben im Bereich der Europäischen Union (EU) mehr Menschen an den Folgen einer durch das Hepatitis C-Virus (HCV) verursachten Leberentzündung als an einer Infektion mit dem Humane Immundefizienz-Virus (HIV).

Nach Schätzungen sind 15 Millionen Europäer chronisch mit HCV infiziert, davon leben 5,5 Millionen in der EU. Jährlich werden 27.000 bis 29.000 neue HCV-Fälle in der EU/EEA diagnostiziert. "Einige europäische Länder haben bereits strategische Pläne zur Bekämpfung der Virushepatitis entwickelt", berichtet Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: "Die neu entwickelten Medikamente für die Hepatitis B- und Hepatitis C-Therapien ermöglichen eine Kontrolle beziehungsweise sogar Heilung dieser chronischen Infektionen. Vielen Patienten kann das Leben gerettet werden, indem das Fortschreiten der Erkrankung verhindert wird. Es ist eine große Herausforderung, allen betroffenen Personen eine effektive Therapie zukommen zu lassen. Dazu gehört auch eine kritische Diskussion der ökonomischen Konsequenzen dieser Therapie-Innovationen."

Um diese Diskussionen mit hochkarätigen Experten zu führen, organisiert die Deutsche Leberstiftung in Kooperation mit der international tätigen "Hepatitis B & C Public Policy Association" und der Deutschen Leberhilfe das Strategietreffen in Berlin. Die Veranstaltung umfasst Vorträge und Diskussionsbeiträge von über 15 Expertinnen und Experten. Neben Beiträgen zur Situation in Deutschland werden auch europäische Beispiele vorgestellt: unter anderem von Dr. Antons Mozalevskis vom WHO Regional Büro für Europa. So wird der im September 2016 auf dem WHO Regional Committee for Europe in Dänemark von den Mitgliedstaaten gebilligte Aktionsplan für Maßnahmen des Gesundheitswesens gegen Virushepatitis in der Europäischen Region diskutiert. Auch die bestehenden Zweifel, ob eine zeitgerechte Umsetzung realistisch ist und eine Elimination der Virushepatitis in Deutschland gelingen kann, werden auf dem Strategietreffen thematisiert.

"Es ist fraglich, ob Hepatitis C mit den neuen Medikamenten, aber ohne Impfung komplett eliminiert werden kann. Es gibt bisher und auf absehbare Zeit keinen Impfstoff gegen Hepatitis C. Die einzigen Infektionskrankheiten, die bisher "ausgerottet" wurden, wurden durch eine Impfung besiegt", gibt Professor Manns zu bedenken und führt weiter aus: "Es wäre erstmalig, wenn dies mit einer reinen Therapie gelingen würde. Prinzipiell ist dies möglich. Dazu müssen die Medikamente aber global verfügbar sein, sie müssen bezahlbar sein und es müssen effektive Screening-Programme eingesetzt werden. Ich freue mich auf das Strategietreffen am 30. November in Berlin, auf dem wir diese und weitere Fragen umfassend diskutieren werden."

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung bis zum 21. November 2016 ist erforderlich. Weitere Informationen, das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.deutsche-leberstiftung.de.

 
Quelle: Deutsche Leberstiftung



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