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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
31. Oktober 2016

Schmerzmittel in der Schwangerschaft richtig anwenden

In der Schwangerschaft gehört jedes Arzneimittel auf den Prüfstand. Das heisst, es sollte nur bei wirklicher Notwendigkeit eingenommen werden. Auch rezeptfreie Schmerzmittel gehören dazu, denn manche können in den letzten Schwangerschaftsmonaten die Entwicklung des kindlichen Herzens stören. Acetylsalicylsäure erhöht darüber hinaus auch die Gefahr für Blutungen. Zu dem Arzneimittel Paracetamol, das - für eine kurze Zeit eingenommen - als Schmerzmittel für leichte bis mittlere Schmerzen und Fieber die ganze Schwangerschaft hindurch geeignet ist, ist der Erfahrungswert hoch, das heisst es liegen sehr viele Studien vor.

Zwei neue Studien, eine aus Großbritannien (1), eine aus Dänemark (2), stellen jetzt einen statistischen Zusammenhang zwischen einem erniedrigten IQ oder Verhaltensstörungen beim Kind und der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft her.

Natürlich ist jede Studie solange ernst zu nehmen, bis das Studiendesign, die Methodik und die Ergebnisse durch die wissenschaftliche Welt überprüft wurden. Vorher sollten Ergebnisse nicht unkommentiert in die Laienpresse gelangen, betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Die beiden neuen Veröffentlichungen zu Paracetamol lassen jedenfalls die wichtigen Fragen offen, welche Schmerzen zu der Einnahme des Medikaments - teilweise über mehrere Monate - geführt haben, und warum die Frauen sich keine angemessene ärztliche Betreuung gesucht haben, die das Schmerzmittel möglichst rasch hätte überflüssig werden lassen: "Es wurden nur Frauen mit und ohne Paracetamol-Einnahme verglichen; Grundkrankheiten und mögliche Arztbesuche wurden nicht registriert. Das verzerrt die Ergebnisse und macht die Aussagen fragwürdig."
Der Frauenarzt fügt hinzu: "In Deutschland ist eine solche Situation mit einer Einnahme eines rezeptfreien Schmerzen Arzneimittels über längere Zeit kaum denkbar. Denn im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge bei den 11.000 niedergelassenen FrauenärztInnen stellt sich - anders als zum Beispiel in Großbritannien oder Dänemark - jede Schwangere mindestens einmal monatlich beziehungsweise am Ende der Schwangerschaft sogar öfter - bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt vor; anhaltende Schmerzen und eine angemessene gegebenenfalls interdisziplinäre Behandlung werden bei dieser Gelegenheit natürlich besprochen. Dass die Einnahme von Schmerzmitteln gerade in der Schwangerschaft keine Dauerlösung sein kann, ist allen Beteiligten eigentlich völlig klar."

Literaturhinweise:
(1) Association of Acetaminophen Use During Pregnancy With Behavioral Problems in Childhood: Evidence Against Confounding. Stergiakouli E, Thapar A, Davey Smith G. JAMA Pediatr. 2016;170(10):964-970. Published online October 1, 2016
(2) Prenatal Use of Acetaminophen and Child IQ: A Danish Cohort Study. Liew Z,Ritz B,Virk J,Arah OA,Olsen J.Epidemiology. 2016 Nov;27(6):912-8. doi: 10.1097/EDE.0000000000000540.

 
Quelle: Berufsverband der Frauenärzte e.V.



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