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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
20. Oktober 2016

Cholesterinsenker: Knapp die Hälfte der Ausgaben für 6% der Patienten

Im vergangenen Jahr verordneten Ärzte rund 65.000 Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern Cholesterinsenker im Wert von fast 5,5 Millionen Euro. Somit bekommen etwa 5% aller TK-Versicherten mindestens einmal im Jahr einen Lipidsenker verschrieben. Drei von vier Betroffenen waren älter als 60 Jahre. Bemerkenswert ist wie regional unterschiedlich die teuersten Lipidsenker eingesetzt werden. "Bayernweit erhielten etwa 6% der Patienten mit einer Lipidsenker-Verordnung das hochpreisige Medikament Ezetimib verschrieben", so Christian Bredl, TK-Leiter im Freistaat. "Das waren aber über 40% der Gesamtkosten dieser Arzneimittelgruppe." Die höchsten Werte mit 43 beziehungsweise 42% hatten die nördlichen Regierungsbezirke Unter- und Oberfranken. Mit 38% lag Mittelfranken am anderen Ende der Skala.

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Deutliches Nord-Süd-Gefälle in Bayern

Laut des aktuellen TK-Innovationsreports bietet der Arzneistoff Ezetimib therapeutisch keinen Vorteil, sei aber deutlich teurer als etwa Statine. Die Zahlen zeigen: Es ist medizinisch nicht immer nachvollziehbar, dass bei Verträglichkeit der Medikamente der teuerste Lipidsenker verordnet wird. "In Bayern sehen wir hier ein deutliches Nord-Süd-Gefälle", sagt Bredl. "Vor allem in den Landkreisen, die an Thüringen und Sachsen grenzen, gab es überdurchschnittliche Werte." Dort machten die Ausgaben für das teure Ezetimib teilweise bis zu 56% der Gesamtausgaben für Lipidsenker aus. Den höchsten bundesweiten Wert hatte Sachsen mit über 51%. Alle fünf Ostbundesländer lagen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 38%.

Unabhängige Arztinformation gefordert

Diese Verwerfungen verdeutlichen, wie wichtig ein Arztinformationssystem ist, das den verordneten Mediziner neutral und praxisorientiert informiert. Umso entscheidender wird das für Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung bei neuen Medikamenten. Auch bei den Cholesterinsenkern sind kürzlich neue Präparate bewertet worden. "Was ich jedoch strikt ablehne, ist die geplante Beteiligung der Pharmaindustrie an der Darstellung der Bewertungsergebnisse", so der bayerische TK-Leiter. "Das wäre so, als wenn Schüler selbst ihre Zeugnisse schreiben dürften." Bredl schlägt deshalb eine neutrale Darstellung vor, die die gemeinsame Selbstverwaltung übernehmen sollte. Der nun vom Bundeskabinett vorgelegte Entwurf zum Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) muss in diesem Punkt dringend geändert werden. Sonst drohen künftig noch höhere Mehrausgaben als in der Vergangenheit ohne eine verbesserte Versorgung der Patienten. "Die Zeche müssen letztendlich die Versicherten zahlen", sagt der bayerische TK-Leiter.

 
Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Bayern



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