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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
19. Oktober 2016

Pathologen: "Gute Zentren - schlechte Zentren"

"Der Begriff Zentrum hat fast schon eine religiöse Komponente", meint Prof. Dr. med. W. Schlake, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen e.V. (1998 – 2016). "Für die Politik und oft genug auch die Selbstverwaltung, leider auch andeutungsweise bei der Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), will man nur Positives unter einem Zentrum verstehen. Es "heilt" die Zerrissenheit bei der Frage nach der Qualität, denn Zentren haben diese einfach. Alles wird besser und einfacher, hat man statt vieler Leistungserbringer wenige Zentren. Soweit der Holzschnitt. Bei "Zentrum" ist die trennscharfe Definition, was genau jeweils darunter verstanden wird, eine Bringschuld aller Beteiligten.

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Das "Zentrum" muss stets in Korrelation zur "Versorgung" gesehen werden. Zentren beim häufigen Mammakarzinom sind notwendigerweise zahlreicher als bei seltenen Kindertumoren. In der Pathologie gibt es schon immer ein hochentwickeltes Konsultationswesen, als intelligente Kooperation von Versorgern in der Breite und Spezialisten. Dabei muss die Pathologie immer so nah wie möglich an der Versorgung sein. Denn: Integrative Pathologie bedeutet umfassende Diagnostik im engen Verbund mit klinischen KollegInnen. Der Befund der PathologInnen geht über einen Messwert hinaus, da wir die Befunde interpretieren vor dem Hintergrund der individuellen Krankheitsgeschichte unserer PatientInnen und in ein komplexes Krankheitsbild integrieren. Ergebnis ist immer eine validierte Empfehlung als Grundlage für die zu beratenden onkologisch tätigen ÄrztInnen bei der Therapieentscheidung.

Ein negatives Beispiel für Zentrum ist die Ausschreibung des AOK Bundesverbandes zur Brustkrebs (BRCA) Diagnostik. Sie folgt der falschen Maxime: zentrale Diagnostik und dezentrale Therapie. Hierbei schreibt die AOK die Diagnostik aus mit dem Ziel, sie von einem einzigen Anbieter erbringen zu lassen. Negativ daran ist nicht nur, dass alleiniges Zuschlagskriterium dabei der niedrigste Preis ist. Die hoch spezialisierte Diagnostik der Pathologie wird fälschlicherweise so zum einfachen, versendbaren Messwert. Außerdem wird die wichtigste Errungenschaft der Tumormedizin, die "Interdisziplinären Tumorboards", gefährdet, auch durch das Schaffen neuer Schnittstellen. Dabei sind gerade diese Tumorboards ein positives Beispiel für Zentrumsbildung, da sie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Therapeut und Diagnostiker ermöglichen. Deswegen sind unseres Erachtens in der Regel dezentrale Strukturen in der Tumormedizin unverzichtbar. Sie schaffen:

  1. Versorgungsgerechtigkeit durch Flächendeckung
  2. Stabilität der Versorgung
  3.  Einbindung aller beteiligten Experten, auch der MolekularpathologInnen, in Tumorzentren

Auch Professor Meyer, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen e.V., betonte die Bedeutung der Interdisziplinarität in der Krebsmedizin: "Das Team ist nur so kompetent, wie seine Mitglieder."

 
Quelle: Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.



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