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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
21. Juni 2016

Arzneimittelkriminalität: Ergebnisse des ALPhA-Projektes werden präsentiert

Gefälschte Arzneimittel sind eine lukrative Einnahmequelle krimineller Organisationen und eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Verbraucher. Weltweit ist jedes zweite im Internet gekaufte Medikament eine Fälschung. Die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes "Auswirkungen der Liberalisierung des Internethandels in Europa auf den Phänomenbereich der Arzneimittelkriminalität" (ALPhA) werden am 20. und 21. Juni auf einer internationalen Fachtagung an der Universität Osnabrück vorgestellt.

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Im Jahr 2003 erklärte der Europäische Gerichtshof das Verbot des Versandhandels mit frei verkäuflichen Arzneimitteln für rechtswidrig. Der deutsche Gesetzgeber ist diesem Urteil mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht nur zuvorgekommen, sondern hat die Möglichkeit des Arzneimittelversandhandels auch auf verschreibungspflichtige Arzneimittel ausgedehnt. Die Öffnung des Versandhandels mit Arzneimitteln führte zu einer Kosten- und Zeitersparnis für den Verbraucher, birgt aber auch ein erhebliches Missbrauchspotential in sich.

Insbesondere der Versandhandel über das Medium Internet wird heute als primärer Vertriebsweg für illegale Arzneimittel angesehen. Schätzungen zufolge wird durch illegale Fälschungen jährlich ein Umsatz von weltweit 75 Mrd. US-Dollar erzielt. Die grenzüberschreitende Strafverfolgung scheitert nicht selten an der unübersichtlichen Rechtslage.

"Ziel des Verbundprojektes ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für die Verfolgung von internetgestützter Arzneimittelkriminalität zu erarbeiten und eine breite Datenbasis für den Gesetzgeber bereit zu stellen", erläutert Projektkoordinator Prof. Dr. Arndt Sinn vom Zentrum für Europäische und internationale Strafrechtsstudien (ZEIS) an der Universität Osnabrück. "Damit lässt sich eine effektivere Bekämpfungsstrategie vorschlagen."

Das Projekt verfolgte einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der empirischen Aufarbeitung der Täter- und Tatstrukturen, der Zusammenführung der einschlägigen nationalen Regelungsinstrumente sowie der Erarbeitung privatrechtlicher und öffentlich-rechtlicher Regelungsalternativen wurde insbesondere auch eine rechtsvergleichende Untersuchung in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführt. Schließlich wurden technische Lösungen zur automatischen Suche nach Angeboten illegaler Arzneimittel im Internet entwickelt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das überregionale Forschungsprojekt mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Neben dem Osnabrücker Zentrum ZEIS, dem European Legal Studies Institute, dem Institut für Wirtschaftsstrafrecht waren auch externe Partner wie die Hochschule der Sächsischen Polizei, Wirtschaftsunternehmen (Lilly Deutschland, Bayer AG), die Berufsverbände ABDA und BVDVA sowie das Bundeskriminalamt und das Zollkriminalamt beteiligt. Am Fraunhofer Institut für sichere Informationstechnologie ging es darum, Schäden durch Arzneimittelkriminalität präventiv zu verhindern und illegale Vertriebswege frühzeitig zu erkennen.

 
Quelle: Universität Osnabrück



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