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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
14. Juni 2016

Moderne Arbeitsmedizin für Thüringen

Die Berufsgenossenschaften Nahrungsmittel und Gastgewerbe, Handel und Warenlogistik, die VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft), die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft und die Unfallkasse Thüringen fördern gemeinsam mit den Thüringer Ministerien für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft sowie für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie die Forschung und Weiterbildung in der Arbeitsmedizin am Universitätsklinikum Jena.

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Der am 10.6.2016 unterzeichnete Kooperationsvertrag sieht die Einrichtung von zwei Professuren mit den Schwerpunkten der Prävention von Berufskrankheiten und der Epidemiologie und die verstärkte Ausbildung von Fachärzten für Arbeitsmedizin vor.

In Thüringen sind derzeit 48 Fachärzte für Arbeitsmedizin und 60 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin tätig - selbst wenn sie sich ausschließlich den Beschäftigten unmittelbar widmeten, stünden ihnen etwa zwölf Minuten im Jahr für den Einzelnen zur Verfügung. "Das ist für die normale arbeitsmedizinische Betreuung schon wenig, für die Entwicklung individueller Präventionskonzepte kann das nicht ausreichen", so Klaus Marsch, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Die BGN kooperiert im Kompetenzzentrum für Interdisziplinäre Prävention schon langjährig mit Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena (UKJ) und der Friedrich-Schiller-Universität in Forschungsprojekten zur Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz.

Dies ist auch das zentrale Ziel der jetzt viel weiter gefassten Kooperation zwischen dem UKJ und der BGN, der BG Handel und Warenlogistik, der VBG, der BG der Bauwirtschaft und der Unfallkasse Thüringen, die unterzeichnet wurde und die auch von den Thüringer Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft sowie Arbeit und Gesundheit unterstützt wird. Die Partner vereinbaren darin die Einrichtung und personelle Ausstattung zweier arbeitsmedizinischer Professuren am Thüringer Universitätsklinikum. Zunächst soll eine Professur mit Schwerpunkt Prävention besetzt werden, die dann von einer zweiten zur Epidemiologie der Arbeitsmedizin ergänzt wird.

Stiftungsprofessuren werden wissenschaftliches Profil des UKJ ergänzen

"Diese Professuren fügen sich bestens in unseren Schwerpunkt Altern und altersassoziierte Erkrankungen und nehmen sich einer zentralen Herausforderung unserer Gesellschaft an", betont der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Klaus Benndorf. Die enge Kooperation mit den Kliniken und Arbeitsgruppen des UKJ bietet hervorragende wissenschaftliche Arbeitsbedingungen für die Stiftungsprofessuren.

"Viele Fachdisziplinen wie die Unfallchirurgie oder die Dermatologie haben auch große arbeitsmedizinische Expertise in der Begutachtung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten", so Renate Müller von der Unfallkasse Thüringen. "Diese soll hier einfließen." Die Vorbeugung und Behandlung arbeitsbedingter muskuloskelettaler oder pneumologischer Erkrankungen sind Dauerthemen in der Arbeitsmedizin, in jüngerer Zeit spielen aber auch psychosoziale und psychomentale Aspekte der Arbeit eine wachsende Rolle. Dr. Klaus Schäfer, Leiter Prävention der BG Handel und Warenlogistik, ergänzt: "Die Entwicklung der Gesundheitskompetenz der Beschäftigten und arbeitsmedizinische Aspekte von Inklusion und Diversität der Arbeit sind weitere Fragestellungen mit großem Forschungsbedarf."

Alternde Belegschaften sind Herausforderung für die Arbeitsmedizin

Neben den neuen inhaltlichen Anforderungen, die die sich wandelnde Arbeitswelt an Arbeits- und Betriebsmediziner stellt, sieht Dr. Ulrich Grolik, Leiter der VBG in Erfurt, den Bedarf betriebsmedizinischer Betreuung auch infolge der demografischen Entwicklung ansteigen: "Die Zahl der chronisch kranken Beschäftigten, zum Beispiel mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, orthopädischen oder altersbedingten Hör- und Seheinschränkungen, wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen." Die Stärkung der Arbeitsmedizin in der Lehre und in der Weiterbildung ist deshalb ein weiteres Ziel der Kooperation.

Das reformierte Jenaer neigungsorientierte Medizinstudium JENOS bietet sehr gute Möglichkeiten, schon Studierende für dieses Fach zu interessieren, zumal eine enge Zusammenarbeit der Professuren mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst des UKJ den direkten Praxisbezug sichert. Die Kooperationsvereinbarung sieht auch explizit die Facharztausbildung von Arbeitsmedizinern für Thüringen vor.

Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft betont an dieser Stelle: "Die Investition in die betriebsmedizinische Betreuung und in die Entwicklung und Umsetzung wirksamer Präventionskonzepte erspart oftmals ein Vielfaches an Rehabilitations- oder Rentenausgaben." Die jährliche Förderung beträgt 400.000 Euro; Wissenschafts- und Gesundheitsministerium haben weitere insgesamt 50.000 Euro Förderung im Jahr zugesagt. Die Kooperation ist zunächst auf sieben Jahre angelegt, dann ist eine Evaluierung geplant. Die erste Professur soll noch im Sommer ausgeschrieben werden.

Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, würdigt die Kooperation: "Die heutige Arbeitswelt befindet sich in einem Umbruch. Neue Technologien und neue Arbeitsformen halten Einzug in alle Branchen. Hinzu kommt der demographische Wandel. Die arbeitsmedizinischen Stiftungsprofessuren können mit ihrem Fokus auf ältere Beschäftigte einen wichtigen Beitrag für die präventive alters- und alternsgerechte Arbeitsgestaltung in Thüringen leisten."

 
Quelle: Universitätsklinikum Jena



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