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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
19. April 2016

Ärzte vertrauen bei neuen Arzneimitteln häufig der Industrie

Im vergangenen Jahr erhielt jeder gesetzlich Versicherte in Rheinland-Pfalz von niedergelassenen Ärzten Medikamente im Wert von 557 Euro verschrieben. Das Gesamtvolumen der Arzneimittelverordnungen im Land belief sich auf 1,864 Milliarden Euro - rund 4,3% mehr als ein Jahr zuvor. Dies teilte die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) unter Berufung auf Statistiken des GKV-Spitzenverbandes heute in Mainz mit.

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Bei der Verordnung von neuen Arzneimitteln vertrauen Ärzte am häufigsten darauf, was ihnen auf Fortbildungsveranstaltungen erzählt wird. Das hat eine Umfrage von DocCheck Research im Auftrag der TK ergeben. Demnach antworteten 49% der befragten Ärzte, dass sie Fortbildungen am häufigsten für die Entscheidung nutzen, ob sie ein neues Medikament verordnen. 37% gaben Fachzeitschriften als Quelle an und 30% Gespräche mit Pharmavertretern (Mehrfachnennungen waren möglich).

"Die meisten Fortbildungsveranstaltungen und Fachzeitschriften werden von der Pharmaindustrie finanziert. Ein kritischer Diskurs über den Einsatz von neuen Arzneimitteln findet in diesen Foren daher kaum statt", so Tim Steimle, Leiter Fachbereich Arzneimittel der TK. "Wir würden uns wünschen, dass die Ärzte ihre Informationen stärker aus unabhängigen Quellen beziehen."
 
Nach Sicht der TK wäre es wünschenswert, wenn Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschuss stärker in die Verordnungsentscheidungen einbezogen würden. Die Ergebnisse der frühen Nutzenbewertung in den medizinischen Leitlinien zu berücksichtigen, würde die Ärzte bei der Therapiewahl unterstützen und gleichzeitig dem Einfluss der Pharmaindustrie auf die Leitlinien entgegenwirken.
 
Steimle: "Der Arzt steht derzeit in einem Konflikt. Er soll die Leitlinien berücksichtigen, die aber häufig eine andere Empfehlung geben als die frühe Nutzenbewertung."
 
Bisher konnten durch die das Arzneimittelmarktneuordungsgesetz (AMNOG) erwarteten jährlichen Einsparungen von ca. 1,9 Mrd. Euro nicht annähernd erreicht werden. Kostentreiber sind vor allem teure innovative Arzneimittel gegen Hepatitis-C und Kombinationstherapien gegen Krebs. Ob die beim Pharmadialog zwischen Bundesregierung, Pharmaherstellern und Wissenschaft getroffene Vereinbarung, bei hochpreisigen neuen Arzneimitteln eine Umsatzschwelle einzuführen, zu Entlastungen der gesetzlichen Krankenkassen führt, bleibt abzuwarten. Derzeit ist der Schwellenwert noch nicht definiert.
 
"Aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum für ein Medikament ohne Zusatznutzen im ersten Jahr nach der Markteinführung ein höherer Preis verlangt werden kann als der später ausgehandelte Erstattungsbetrag", erklärt Steimle. Hierdurch kam es in der Vergangenheit zu sehr hohen Preisen, für die die Krankenkassen aufkommen mussten. Nach den Preisverhandlungen wurden die Medikamente zum Teil wieder vom Markt genommen. Steimle: "Aus fachlicher Sicht wäre es sinnvoll, dass der Erstattungsbetrag rückwirkend ab dem Tag der Markteinführung gilt und nicht erst ab dem zweiten Jahr. Somit wäre eine Umsatzschwelle hinfällig."

 
Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Rheinland-Pfalz



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