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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
29. Februar 2016

Der Arztberuf wird weiblich

Mädchen sind besser in der Schule - und auch im Studium. Der Anteil der Frauen am 1,0-Fach Medizin steigt kontinuierlich. Damit verändert sich das Selbstverständnis des Arztberufes. Die große Koalition will noch in dieser Legislaturperiode eine Reform des Medizinstudiums auf den Weg bringen. Sinn der Sache ist vor allem, mehr Hausärzte zur Versorgung der Bevölkerung auf dem Land zu gewinnen.

Wenn sie es richtig anpackt, stehen die Chancen nicht schlecht. Denn das Selbstverständnis des Arztberufes scheint sich mit der jungen Mediziner-Generation zu verändern.

Wie verändert sich das Bild des Arztberufes?

"Der Arztberuf wird weiblicher", heißt es. Die Zahlen sprechen für sich. Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte steigt unaufhörlich: 2013 lag er bei 45 Prozent, ein Jahr später bei 45,5%. Zu Beginn des Medizinstudiums liegt heute der Anteil der Frauen bei fast zwei Dritteln. Bei einer Zulassungsnote von 1,0 sagt dies auch etwas über deren Lernvermögen aus.

Welche Folgen hat das für die Ärzteschaft?

Generell denken heute junge Medizinerinnen und Mediziner mehr über Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach. Nicht nur der angestellte Ärzte vertretende Marburger Bund stellt eine Tendenz fest, dass immer mehr junge Mediziner ein Anstellten-Arbeitsverhältnis suchen, anstatt das risikoreiche Einzelkämpfer-Leben eines freiberuflichen, niedergelassenen Arztes.

Laut Bundesärztekammer sank die Zahl der selbstständigen niedergelassenen Ärzte 2014 um rund 2.000 auf knapp 122.000. Zugleich stieg die Zahl der im ambulanten Bereich angestellten Ärztinnen und Ärzte um rund 4.000 auf mehr als 26.000, eine Zunahme an die 18%. Auch in diesem Zusammenhang ist der Anstieg lokaler Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) zu sehen, in denen man als angestellter Mediziner im Team arbeiten kann.

Wie verhalten sich speziell Frauen in dieser Situation?

Noch mehr als ihre männlichen Kollegen denken Frauen auch an die Familienplanung. Ihnen kommt also die Tendenz zum Angestelltenverhältnis entgegen. Und sie denken in bestimmten Phasen ihres Lebens auch an Teilzeit. Nach einem Eckpunktepapier der CDU/CSU-Fraktion zum "Masterplan Medizinstudium 2020" arbeiten heute 15% aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzte (54.000) in Teilzeit. Das sei ein Anstieg seit 2001 um 74%. Wenn dies auch nicht nur Frauen sind, so dürften sie doch den Löwenanteil der 15% ausmachen.

Was bedeutet der zunehmende Frauenanteil an der Medizin?


Frauen wird generell eine hohe soziale Kompetenz zugesprochen. Dies ist gerade für den Beruf des Hausarztes eine unerlässliche Voraussetzung: Er muss den Patienten als Ganzes sehen, am besten auch in seinem sozialen Umfeld. Nach einer Umfrage des Marburger Bundes kommt für mehr als die Hälfte der weiblichen Studierenden (52%) nach dem Studium eine Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin in Frage. Bei den Männern sind es 46%. Allerdings schlagen letztlich nur 10% nach dem Studium diese Fachrichtung ein. Von diesen 10% wiederum sind drei Viertel Frauen.

Wie kann die Politik darauf reagieren?


Es ist sicherlich richtig, mit einer Reform des Medizinstudiums die Fachrichtung Allgemeinmedizin und damit den Beruf des Hausarztes attraktiver zu machen. Angesichts der Tendenzen beim ärztlichen Nachwuchs und insbesondere bei den Frauen müssen auch die Rahmenbedingungen des Berufes attraktiver werden. Geregelte Arbeitszeiten, bessere Verdienstmöglichkeiten und ein überschaubares Risiko seien nötig, sagt der Marburger Bund. Das spricht im ambulanten Bereich unter anderem für einen Ausbau Medizinischer Versorgungszentren. Immerhin hat die Bundesregierung mit ihren Mitte 2015 verabschiedeten Versorgungsstärkungsgesetz für Kommunen den Aufbau solcher Zentren erleichtert.

 
Quelle: dpa



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