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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
24. November 2015

125 Jahre Hirntumorchirurgie in Deutschland

Im November dieses Jahres feiert die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg ihr 50-jähriges Bestehen. Gleichzeitig jährt sich die erste erfolgreiche Hirntumoroperation in Deutschland, von Vincenz Czerny in Heidelberg durchgeführt, zum 125. Mal. Zu diesen Anlässen veranstaltet die Klinik am Freitag, 27. November 2015, ein Jubiläumssymposium rund um das Thema Hirntumorchirurgie im Wandel der Zeit.

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Von 15 bis 18 Uhr erhalten die Besucher Einblicke in die Entwicklung des Fachs in den letzten 125 Jahren, in aktuelle Behandlungsansätze sowie Herausforderungen und Ziele der nächsten Jahre. Ehrengast ist Professor Dr. Linda M. Liau, Neurochirurgin an der University of California, San Francisco, USA. Sie wird über neueste Erkenntnisse aus der Forschung und deren Konsequenzen für die chirurgische Behandlung von Hirntumoren sprechen. Veranstaltungsort ist der große Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg. Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen.

Vor 125 Jahren, am 21. November 1890, entfernte der renommierte Heidelberger Chirurg Vincenz Czerny deutschlandweit erstmals einen Gehirntumor unter der Schädeldecke - ohne Röntgenbild, ohne sterilen Operationssaal, wie wir ihn heute kennen, und mit der einfachen Narkose der damaligen Zeit. Den Sitz des Tumors leitete er aus den aufgetretenen Bewegungseinschränkungen des Patienten ab, den Schädel öffnete er mit Knochenbohrer (Trepan) und -zange. Der Eingriff verlief erfolgreich: Der Patient überlebte nicht nur deutlich gebessert und ohne Bewegungseinschränkungen - Mitte 1892 findet er mit einer dritten Nachoperation nochmals Erwähnung in den Aufzeichnungen Czernys -, der Eingriff hatte auch seine Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt und den Patienten damit sozial reintegriert.

Neue Einsicht Ende des 19. Jahrhunderts: Das Gehirn kann operiert werden

Vergleichbare Operationen waren bereits wenige Jahre zuvor besonders in England und Nordamerika durchgeführt worden und es ist sicher anzunehmen, dass Czerny die Fachberichte dazu gut kannte. Dies musste als Vorbereitung genügen. Nicht nur die Eingriffe an sich waren eine Sensation, sie markierten außerdem einen grundlegenden Wandel im Krankheitsverständnis dieser Zeit. Voraussetzung war die Einsicht, dass bestimmte Erkrankungen ihren Ursprung im Gehirn nehmen, der Erkrankungsherd dort lokalisiert und das Gehirn, der Sitz der Seele, wie jedes andere Organ operiert werden kann, um diese Erkrankungen zu lindern. Zugleich warf die neue Behandlungsmöglichkeit die Frage auf, ob Geisteskrankheiten als Erkrankungen des Gehirns dann ebenfalls operabel seien. Wie diese Diskussion weiter verlief und welches Echo sie in einer von Nervosität geprägten Zeit der Umbrüche hervorrief, wird Professor Dr. Wolfgang U. Eckart, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin zu Beginn des Symposiums schildern.

Waren Operationen am Gehirn in der Zeit Czernys noch höchst riskante und daher seltene Eingriffe mit ungewissem Ausgang, so etablierte sich im Laufe des 20. Jahrhundert schließlich die Neurochirurgie als eigenständige neue Fachdisziplin. 75 Jahre nach Czernys erster Hirntumoroperation richtete die Medizinische Fakultät Heidelberg 1965 einen eigenen Lehrstuhl ein, die Geburtsstunde der heutigen Universitätsklinik für Neurochirurgie. Erster Lehrstuhlinhaber war Professor Dr. Helmut Penzholz, der zuvor eine neurochirurgische Klinik in Berlin geleitet hatte. Sein Nachfolger, Professor Dr. Stefan Kunze, der die Heidelberger Klinik von 1982 bis 2003 leitete, wird die wichtigsten Fortschritte in der Hirntumorchirurgie bis zur Jahrtausendwende vorstellen.

Bestrahlung oder Operation?

Die weiteren Vorträge des Tages widmen sich aktuellen Fragen aus Forschung und Klinik. So wird beispielsweise Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie Heidelberg, Operation und Bestrahlung in der Hirntumorbehandlung gegeneinander abwiegen: Wann ist eine Therapieform überlegen? Wo ergänzen sie sich sinnvoll? Kann eine Bestrahlung z.B. mit Schwerionen die Operation ersetzen? Professor Dr. Andreas Unterberg, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie Heidelberg, wird die Ziele vorstellen, die sich Neurochirurgen und Radiologen für die nächsten fünf Jahre in der Therapie von Hirntumoren gesetzt haben.

Tag der offenen Tür am 28. November 2015

Einen Tag später, am Samstag, 28. November 2015, lädt die Neurochirurgische Universitätsklinik zu einem Tag der offenen Tür ein. Von 10 bis 13 Uhr informiert das Team um Professor Unterberg, wie Neurochirurgen heute operieren und welche Technik ihnen dabei zur Verfügung steht. Geboten werden u.a. Expertenvorträge mit Filmen aus dem OP und Führungen durch den modern ausgestatteten Operationssaal mit OP-Mikroskopen, Navigationssystem und intraoperativer Magnetresonanztomographie. Die Vorträge finden im großen Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, statt, die Führungen starten im Foyer des Hörsaals.

Die Neurochirurgische Universitätsklinik Heidelberg ist eines der führenden neurochirurgischen Zentren Europas. Pro Jahr behandelt das erfahrene Behandlungsteam der Klinik rund 12.000 Patienten und führt mehr als 3.500 Operationen durch.

 
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg



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