Freitag, 20. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
17. November 2015

44 deutschsprachige Diabetes-Apps im Test: Zahlen Nutzer mit ihren Daten?

Für die mehr als 7 Millionen Diabetiker in Deutschland rücken Gesundheits-Apps als smarte Helfer zur besseren Alltagsbewältigung verstärkt in den Fokus. Die meisten Gesundheits- und Medizin-Apps werden Nutzern kostenlos angeboten, auch Diabetes-Apps. Was ist dran an der Skepsis von Verbraucherschützern, die davor warnen, dass Nutzer möglicherweise für kostenlose Apps mit ihren Daten zur Kasse gebeten werden könnten?

Anzeige:
 
 

Um dieser Frage nachzugehen, hat die Initiative Präventionspartner in ihrem aktuellen Screening das derzeitige Angebot an kostenlosen, deutschsprachigen Diabetes-Apps geprüft. Untersucht wurden dabei u.a. die Berechtigungen, die Apps von ihren Nutzern vor dem Download einfordern. Werden diese ausschließlich dafür benötigt, dass die Unterstützungsfunktionen der App technisch funktionieren? Welche lassen sich aus dem Funktionsumfang der App ableiten, welche nicht?

Hier die Ergebnisse aus dem Screening Diabetes-Apps 10/2015:

Die Diabetes-Apps bieten mehrheitlich sehr umfassende Unterstützungsfunktionen: Mit ihnen lassen sich gesundheitsbezogene Daten in Form von Tagbucheinträgen dokumentieren (70,8%), diese Einträge lassen sich auswerten (50,0%) oder mit anderen teilen (56,6%).
80% (35 von 44) der untersuchten Diabetes-Apps benötigen spezielle Berechtigungen. Berechtigungen für die Hard- und Softwaresteuerung des Smartphones (z.B. Zugriff auf Kamera, Mikrophone, Sensoren, Dateien, Speicher etc.) dominieren (97%). Die Hälfte (51%) der eingeforderten Berechtigungen erlaubt den Zugriff auf Nutzer- bzw. Nutzungsdaten (z.B. Identität, Telefonstatus, Kontakte, Meine Apps etc.). Jede dritte Berechtigung (31%) erlaubt den Apps, kostenpflichtige Dienste durchzuführen (z.B. SMS, Anrufe, In-App Käufe). Berechtigungen, die sich nicht unmittelbar aus dem Funktionsumfang ableiten, holen sich drei von vier (74%, n= 26) Diabetes-Apps ein. Insbesondere Berechtigungen für den Zugriff auf Nutzer- und Nutzungsdaten werden von App-Anbietern sehr großzügig eingefordert, und sind ganz überwiegend nicht erforderlich (83,3%), um die vom Nutzer erwarteten Funktionen bereitstellen zu können. Auch für die kostenpflichtigen Dienste ist jede zweite Berechtigung, die eingefordert wird, nicht aus dem primären Funktionsumfang der Apps erklärbar. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass nur jede siebte untersuchte App eine Datenschutzerklärung bietet (13,6%), liegt der Schluss nahe, dass die Skepsis von Verbraucherschützern durchaus berechtigt ist und Nutzer- bzw. Nutzungsdaten zweckentfremdet genutzt werden können.

Fazit:

Diabetes-Apps haben das Potential, Betroffene im Selbstmanagement ihrer Krankheit zu unterstützen. Da Nutzer mit Tagebucheinträgen viele gesundheitsbezogene Daten von sich Preis geben, sollten sie Apps vor ihrer Nutzung sehr genau prüfen. Von einer App ohne Datenschutzerklärung sollten Nutzer besser Abstand halten. Der Hinweis, dass die Daten nur auf dem Smartphone lokal abgespeichert werden, entbindet Anbieter nicht von der Pflicht, über den Schutz dieser Daten aufzuklären: Wie werden sie vor dem unberechtigten Zugriff Dritter geschützt? Sind sie verschlüsselt abgelegt, werden sie mit einem Passwort geschützt, damit Unbefugte bei Verlust oder Diebstahl des Smartphones nicht darauf zugreifen können? Wie geht der App-Anbieter mit Nutzungs- und Nutzerdaten um, das heißt. werden diese möglicherweise zu Marktforschungszwecken genutzt oder gar verkauft etc.?

Eine Checkliste Gesundheits-Apps, die von der Initiative Präventionspartner entwickelt wurde, soll Verbrauchern dabei helfen, die Risiken von Gesundheits-Apps besser einschätzen und die Angaben der Hersteller zu Qualität und Transparenz leichter überprüfen zu können. Um die Potentiale von Diabetes-Apps individuell für sich nutzbar machen zu können, brauchen Verbraucher zunehmend Medien- und Entscheidungskompetenz. Die Checkliste will dazu beitragen, die selbstbestimmte, verantwortliche Nutzung von Gesundheits-Apps zu fördern.

 
Quelle: HealthOn



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs