Dienstag, 22. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
Fachinformation
 
Anzeige:
 
 

GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
08. Oktober 2015

Mängel in der Versorgungsqualität von Patienten mit Hilfsmitteln bei ableitender Inkontinenz befürchtet

Die Krankenkassen geben den Kostendruck in der ISK-Versorgung (intermittierender Selbstkatheterismus) weiter, daher sind Einschränkungen in der Versorgungsqualität und dem Patientenwohl zu befürchten.

Anzeige:
 
 

Aktuelle Situation:
Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Blasenfunktionsstörungen. Der intermittierende Selbstkatheterismus (ISK) ermöglicht Betroffenen bei Querschnittslähmung, Multipler Sklerose, Entzündungen und Nervenleiden ein selbstbestimmtes Leben, ohne auf eine dauerhafte stationäre Behandlung oder Pflege angewiesen zu sein. Die Betroffenen erhalten sich also mit der ISK-Versorgung ein großes Stück Unabhängigkeit und erhöhen so ihre Lebensqualität. Je nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten werden durchschnittlich täglich zwischen zwei bis zehn ISK-Anwendungen durchgeführt. Daher sind die Patienten auf eine regelmäßige und ausreichende Versorgung mit den entsprechenden Hilfsmitteln (Einmalkatheter) angewiesen, welche die gesetzliche Krankenkasse des Patienten sicherstellen muss.

Hintergrund:
Bei der Versorgung mit ableitenden Inkontinenzmitteln ist zukünftig jedoch eine massive Einschränkung durch zunehmenden Kostendruck der Krankenkassen zu befürchten. Im Bereich der aufsaugenden Inkontinenz, also der Versorgung mit Windeln und andern Materialien, kommt es wegen der Einsparungen der Krankenkassen bereits zu Mangelversorgung der Betroffenen, was schon den Gesundheitsausschuss des Bundestages aktiv werden lässt. In der Katheter-Versorgung kann eine ähnliche Versorgungssituation entstehen, wenn der Kostendruck wie bisher weiter zunimmt. Dabei stehen die Krankenkassen eigentlich in der Verantwortung, die Versorgungsqualität zu sichern und zu kontrollieren.

Problem:
Wir beobachten, dass Krankenkassen über Pauschal- und Beitrittsverträge oder Ausschreibungen das Budget zur Versorgung der einzelnen Patienten reduzieren. Leistungserbringer geben diese Reduktion über Mengenreduktionen oder mangelnde Produktauswahl an die Patienten weiter. Verstetigt sich diese Entwicklung, so befürchten wir, dass sich die Lage der betroffenen Patienten erheblich verschlechtert. Beim intermittierenden Selbstkatheterismus wird beispielsweise ein Einwegkatheter verwendet, der neben der einfachen Handhabung vor allem von erheblichem Vorteil für die hygienische Situation ist. Durch den Kostendruck erhalten Patienten zum Teil Katheter mangelnder Qualität oder eine zu geringe Anzahl für eine kontinuierliche Versorgung auf angemessenem Niveau. In der Folge drohen Entzündungen oder Nierenprobleme durch aufgestauten Urin.

Menschen, die auf Inkontinenzhilfen angewiesen sind, können durch den Einsatz von Einmal-Kathetern oftmals ein ganz normales Leben führen und sind in ihrer Lebensqualität kaum eingeschränkt. Fällt eine gute Versorgung mit diesen Hilfsmittel weg, so sind die Betroffenen viel stärker auf Hilfe oder auch Pflege angewiesen. Dies wiederum bedeutet einen erheblich größeren finanziellen Aufwand für die Kassen.

Krankenhausstrukturgesetz:
Vor dem Hintergrund des im Oktober im Bundestag zur Abstimmung stehenden Krankenhausstrukturgesetzes verschärft sich die Situation möglicherweise noch weiter: Kritiker mahnen schon im Vorfeld, dass das politisch angestrebte Ziel, die finanzielle Entlastung der Krankenhäuser, klar verfehlt wird. Die Krankenhausbetreiber warnen gar vor finanziellen Mehrbelastungen für ihre Einrichtungen, die nur durch einen Abbau von Personal ausgeglichen werden können - auf Kosten der Patienten. Daraus entsteht die Notwendigkeit, die ambulanten und häuslichen Versorgungsstrukturen massiv zu stärken, um mittelfristig die Zahl der stationär behandelten Patienten zu reduzieren. Nur so können Patienten, die lebensnotwendig auf Hilfe angewiesen sind, diese auch trotz dünner werdender Personaldecke  erhalten. Betroffene, die sich bei einer guten Versorgung mit Hilfsmitteln beispielsweise nahezu selbst versorgen können, sind inkontinente Patienten. Stabile Versorgungsstrukturen von Kranken, für die eine häusliche Betreuung ausreicht, sind mittelfristig also der Schlüssel, um trotz einer finanziellen Schlechterstellung weiterhin auf eine gute und gerechte Gesundheitsversorgung zurückgreifen zu können.

Allerdings drohen auch hier Einsparungen seitens der Krankenkassen und ihrer Vertragspartner, die zu einem Versorgungsnotstand bei den Betroffenen führen.

Wer die Krankhausstruktur ausdünnt, darf durch eine gleichzeitige Schlechterstellung häuslich versorgter Patienten nicht auch noch deren Situation verschlimmern und eine regelmäßige stationäre oder teilstationäre Aufnahme dieser Menschen provozieren.

 
Quelle: Faktor Lebensqualität



Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017