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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
06. Oktober 2015

BARMER GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2015: Gezieltere Therapie bei Schlaganfall erforderlich

Knapp 85% aller Patientinnen und Patienten über 65 Jahre werden in Deutschland nach einem Schlaganfall entweder rehabilitativ oder mit Heilmitteln behandelt. Allerdings klaffen weiterhin Lücken bei der ganzheitlichen und interdisziplinären Versorgung im Krankenhaus. So wird nur gut jeder Zweite auf einer speziellen Schlaganfallstation, einer sogenannten Stroke Unit, behandelt.

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Das geht aus dem heute erschienenen Heil- und Hilfsmittelreport der BARMER GEK hervor. Demnach bekam im Jahr 2012 nur gut die Hälfte der über 65-jährigen Schlaganfallpatienten eine neurologische Komplexbehandlung, die auf einer Spezialstation unter anderem mit Neurologen, Logopäden und Physiotherapeuten erfolgt. "Bei einem Schlaganfall kommt es auf Minuten und eine sehr individuelle Behandlung an, die eine Spezialstation am besten leisten kann. Hier scheinen noch Verbesserungen in der Akutversorgung des Schlaganfalls möglich zu sein", sagte der Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Dr. Christoph Straub.
 
Laut Report bekamen von den betroffenen Schlaganfallpatienten 54,7% eine neurologische Komplexbehandlung und 7,1% eine Frührehabilitation im Krankenhaus. 90,8% der Patienten überlebten ihren Schlaganfall dank der guten medizinischen Versorgung in den Kliniken. Erstaunlich sei, dass lediglich 38,7% dieser Patienten eine Rehabilitation begannen, überwiegend direkt nach dem Klinikaufenthalt. In den ersten drei Monaten nach dem Krankenhausaufenthalt bekamen 21% der Patienten eine normale und 14,5% eine spezielle Krankengymnastik verordnet, 11,6% eine Ergotherapie.
 
Mangelhafte Therapie-Leitlinien
Nach Einschätzung des Reports ist die rehabilitative Versorgung nach einem Schlaganfall überwiegend kurzfristig ausgerichtet. In den medizinischen Leitlinien fehlen Empfehlungen, ob und unter welchen Bedingungen eine längerfristige Therapie sinnvoll ist. "Eine Überarbeitung der Schlaganfall-Leitlinien wäre sinnvoll, um die Therapie, so individuell sie auch sein mag und muss, nachhaltiger anzulegen", sagte der Autor des BARMER GEK Heil- und Hilfsmittelreports, Professor Gerd Glaeske vom Forschungsinstitut SOCIUM der Universität Bremen (früher Zentrum für Sozialpolitik ZeS). Der Report kritisiert zudem, dass die Leitlinien zu den rehabilitativen Maßnahmen nach einem Schlaganfall nicht den höchsten wissenschaftlichen Standards entsprechen. "Im Sinne einer bestmöglichen Patientenversorgung sind weitere Studien erforderlich, um die Leitlinien zur rehabilitativen Schlaganfallbehandlung zu optimieren", sagte Glaeske.
 
Steigende Ausgaben bei Heil- und Hilfsmitteln
Straub verwies zudem auf die teils großen Ausgabensteigerungen im Bereich der Heil- und Hilfsmittel im Jahr 2014. So sind die Kosten für Heilmittel, zu denen die Physio-, Ergo- und Logopädie gehören, in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um 8,1% auf 5,69 Milliarden Euro gestiegen. Bei der BARMER GEK erhöhten sich die Ausgaben um 8,2% auf 760,5 Millionen Euro. Die höchsten Ausgaben kamen dabei in der Physiotherapie mit 66,59 Euro je Versicherten (plus 7,67% gegenüber dem Vorjahr) zustande, gefolgt von der Ergotherapie mit 12,37 Euro (plus 8,48%), der Logopädie mit 8,27 Euro (plus 8,62%) und der Podologie mit 1,60 Euro (plus 17,04%).
 
Umfassende Nutzenbewertung erforderlich
Bei den Hilfsmitteln, zu denen etwa Rollstühle und Hörgeräte gehören, stiegen die Kosten GKV-weit um 9,4% auf 7,44 Milliarden Euro. Bei der BARMER GEK schnellten sie um 10,9% auf 836,4 Millionen Euro nach oben. "Auch Hilfsmittel sollten umfassend einer Nutzenbewertung unterzogen werden, die Nutzen und Sicherheit für die Patienten klärt. Es ist nicht zielführend, nur Medizinprodukte mit einer hohen Risikoklasse zu prüfen, wie es das Versorgungsstärkungsgesetz vorgibt", sagte Straub.
 
Insgesamt haben im Jahr 2014 bei der BARMER GEK 1,9 Millionen Versicherte Heilmittel und 2,0 Millionen Versicherte Hilfsmittel verordnet bekommen. Das ist ein Anstieg um jeweils 3,2% innerhalb eines Jahres, der nach Einschätzung der Autoren nur schwerlich auf die demografische Entwicklung zurückgeführt werden kann.
 

Fakten aus dem Heil- und Hilfsmittelreport 2015
 
Ausgaben für Heilmittel: Mit 7,25% sind die Ausgaben für die Podologie auf rund 13,7 Millionen Euro im Jahr 2014 gestiegen. Dabei gab es massive regionale Unterschiede. Während die Ausgaben für die Fußpflege in Bremen innerhalb eines Jahres um gut 5% gesunken sind, sind sie in Brandenburg um rund 30% gestiegen. Den größten Ausgabenblock machte die Physiotherapie für rund 1,769 Millionen Versicherte mit etwa 569,6 Millionen Euro aus. Der Zuwachs lag hier bei 4,47%. 105.600 Versicherte erhielten Ergotherapie, die mit rund 105,8 Millionen Euro (plus 1,97%) zu Buche schlug. 70,7 Millionen Euro (plus 4,73%) bezahlte die BARMER GEK für logopädische Leistungen an gut 89.000 Versicherten (Report Seite33).
 
Ausgaben für Hilfsmittel: Innerhalb nur eines Jahres haben sich die Ausgaben für Hörgeräte-Akustiker deutlich erhöht. Sie sind um 47,5% auf 102,1 Millionen Euro gestiegen. Vergleichsweise moderat sind die größten Kostenblöcke gewachsen. So sind die Ausgaben für Orthopädiemechaniker und Bandagisten um 8,3% auf 417,7 Millionen Euro und für sonstige Leistungserbringer wie die häusliche Krankenpflege um 3,9% auf 201 Millionen Euro angewachsen (Seite 52 ff.).
 
Viele Einlagen-Verordnungen, teure Inhalationsgeräte: Die am häufigsten verordneten Hilfsmittel waren Einlagen. 5,8% der Männer und 8,9% der Frauen haben sie im Jahr 2014 verschrieben bekommen. Es folgten Orthesen und Schienen für 3,3% der Männer und 4,6% der Frauen. Nur an zehnter Stelle lagen die Verordnungen von Inhalations- und Atemtherapiegeräten. Allerdings machten sie mit 119 Millionen Euro den größten Ausgabenblock bei den Hilfsmitteln aus (Seite 58).
 
Regionale Unterschiede: Der Report berichtet über deutliche regionale Differenzen bei der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. So bekamen in Sachsen fast 92% der Patienten eine Physiotherapie, wenn der Arzt bei ihnen schweren Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson diagnostiziert hat. Im Saarland waren es knapp 52% (Seite 42).
 
 
Den BARMER GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2015 finden Sie unter: www.barmer-gek.de/546250

 
Quelle: BARMER GEK



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