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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
31. Juli 2015

DKG zu Studie über die Aussagekraft von Qualitätsmessungen in Krankenhäusern: Koalition soll bei Vergütungszuschlägen umdenken

Zur gestrigen Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung "Die Qual mit der Qualität" über eine amerikanische Studie zur Aussagekraft von Qualitätsmessungen in Krankenhäusern erklärt Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): "Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollte die Koalition zum Anlass nehmen, ihre Pläne zur Kategorisierung der Krankenhäuser in gute und schlechte sowie zur Einführung von qualitätsabhängigen Zu- und Abschlägen aufzugeben. Die in 3.300 amerikanischen Krankenhäusern durchgeführte Analyse macht mehr als deutlich, dass scheinbar einfach messbare Indikatoren, wie Komplikations- und Infektionsraten, in weit größerem Umfang als angenommen von den sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen derjenigen, die die Krankenhäuser nutzen, abhängig sind.

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Kliniken mit vermehrt Patienten aus sozialen Problemregionen könnten fälschlicherweise als schlecht bewertet werden. Zudem macht die Studie deutlich, dass die Messung von Qualitätsindikatoren von sehr aufwendigen und exakt durchzuführenden Messverfahren abhängig ist.

Aber auch aus grundsätzlichen Überlegungen ist das Koalitionskonzept mit Vergütungszuschlägen für "gute" Kliniken in höchstem Maße zu hinterfragen. Es wird in der Praxis dazu führen, dass alle Patienten in den Kliniken behandelt werden wollen, bei denen die Kassen bereit sind, Qualitätszuschläge zu zahlen. Dies steht in Widerspruch zu der gesetzlichen Vorgabe in § 60 SGBV, dass die Fahrkosten nur zum nächstgelegenen Krankenhaus von den Krankenkassen getragen werden. Mehrkosten für entferntere Krankenhäuser müssen die Patienten selbst tragen. Damit würde der Zugang zur besonders prämierten und teuren Klinik schon aus Einkommensgründen nicht allen Patienten offenstehen.

Ebenfalls zu hinterfragen ist die Signalwirkung, die von der Einteilung der Kliniken in gute und schlechte auf die Patienten ausgeht. Derzeit erbringen ca. 1.000 Kliniken für 150.000 Patienten hüftprothetische Leistungen. Würden alle Patienten z. B. in Kliniken mit Zuschlägen gehen wollen, könnte dies in der Praxis ohne lange Wartezeiten niemals realisiert werden. Tausendfach würden sich aber die Patienten, die den Zugang zu den prämierten Kliniken nicht erreichen, benachteiligt fühlen. Wie die Studie in Amerika zeigt, wird deutlich: Mit einem qualitätsorientierten Vergütungskonzept kann die Versorgung nicht verbessert werden. Sehr groß ist aber die Gefahr, dass Patienten mit erhöhten Risiken diskriminiert und Effekte der Zwei-Klassen-Medizin eingeführt werden."

 
Quelle: DGK



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