Sonntag, 22. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
22. Juli 2015

BARMER GEK Report Krankenhaus 2015: Deutliche Fehlversorgung bei Kreuzschmerz-Patienten

Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Volksleiden, fast jeder hat es mindestens einmal im Leben im Kreuz. Die Zahl dieser Krankenhausfälle ist in den Jahren von 2006 bis 2014 von 282.000 auf 415.000 angestiegen. Das belegt der BARMER GEK Report Krankenhaus 2015, den die Kasse heute in Berlin vorgestellt hat. Demnach findet im Krankenhaus bei gut einem Drittel der Kreuzschmerz-Patienten weder eine Operation an der Wirbelsäule noch eine spezifische Schmerztherapie statt, sondern überwiegend bildgebende Diagnostik. Das betrifft rund 140.000 Patienten. "Wir sehen eine deutliche Fehlentwicklung. Kreuzschmerz-Patienten sollten im Krankenhaus auch tatsächlich eine Behandlung erhalten, ansonsten gehören sie dort nicht hin. Damit die Betroffenen erst gar nicht in der Klinik landen, muss die Behandlung viel früher ansetzen, bevor sich die Schmerzen chronifizieren. Hierzu braucht es eine professionelle und fachübergreifende Versorgung durch niedergelassene Ärzte", forderte der Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Straub.

Anzeige:
 
 

Letzter Ausweg Operation?

Dem Report zufolge haben in den Jahren 2006 bis 2014 die Operationen an den Bandscheiben um 12,2% zugenommen. Immer öfter folgt bei denselben Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren zusätzlich eine Versteifungsoperation. Zwar handelt es sich noch um relativ geringe Fallzahlen, die Steigerungsraten sind mit 150% seit dem Jahr 2006 jedoch beachtlich. „Ein Zweitmeinungsverfahren ist vor jeder Rücken-Operation dringend anzuraten. So lässt sich eine nicht notwendige Operation am besten vermeiden“, so Straub. Schmerzfreiheit sei gerade bei chronischen Schmerzen auch nach einer Operation nicht garantiert, umso genauer müssten Nutzen und Risiken des Eingriffs abgewogen werden.
 
Starke Zunahme bei Spritzen-Schmerztherapie

Immer mehr Patienten erhalten im Krankenhaus eine Spritzen-Schmerztherapie, die sogenannte interventionelle Schmerztherapie. Die Leistung hat sich seit dem Jahr 2006 im Krankenhaus mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist die Anzahl der Kliniken, die eine Spritzen-Schmerztherapie bei den Patientinnen und Patienten anwenden und mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen, seit dem Jahr 2006 von 612 auf 858 (um 40,2%) gestiegen. Viele dieser Patienten haben eine lange Leidensgeschichte. "Oft sind die Patienten, deren lumbale Rückenschmerzen im Krankenhaus behandelt werden, in hohem Maße und über viele Jahre ambulant vorbehandelt", betonte Studienautorin Prof. Dr. Eva Maria Bitzer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Etwa jeder zweite Patient hat im Jahr vor dem Krankenhausaufenthalt durchgängig eine ambulant ärztlich dokumentierte Diagnose im Bereich Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens, nahezu ein Fünftel sogar in den vorausgegangenen sieben Jahren.
 
Patienten sind nicht zufrieden

Doch auch mit der Behandlung im Krankenhaus sind viele Patienten nicht zufrieden. Das belegt eine Umfrage der Studienautoren unter erwerbsfähigen BARMER GEK Versicherten. Es wurden 2.496 Rückenschmerz-Patienten angeschrieben, die Rücklaufquote betrug 36,6%. Von ihnen ist nur ein Drittel anderthalb Jahre nach dem Krankenhausaufenthalt schmerzfrei. "Die Erwartungshaltung an die Behandlung im Krankenhaus ist bei Schmerzpatienten sehr hoch. Daher müssen sie umfassend von den Ärzten aufgeklärt werden, was eine Behandlung leisten kann. Schmerzfreiheit gehört nicht unbedingt dazu", betonte Bitzer. Laut Umfrage ist nur jeder zweite operierte und jeder vierte mit Schmerztherapie behandelte Versicherte uneingeschränkt mit dem Ergebnis zufrieden. "Das sind die niedrigsten Zufriedenheitswerte, die wir bei Patientenbefragungen im Rahmen des BARMER GEK Reports Krankenhaus jemals gemessen haben", so Bitzer.
 
Trends bei Fallzahlen und Verweildauer ungebrochen

Auch nach demografischer Bereinigung haben die Fallzahlen im Krankenhaus, nach einer Stagnation im Jahr 2012 gegenüber 2011 in den Jahren 2013 und 2014 wieder leicht zugenommen. Insgesamt ergibt sich seit dem Jahr 2006 ein Zuwachs bei den Fallzahlen von 7,3%. Die Anzahl der Behandlungstage ist demgegenüber deutlich gesunken, 1.773 im Jahr 2006 auf 1.673 je 1.000 Versicherte im Jahr 2014. Das entspricht einem Rückgang von 5,6% Die durchschnittliche Verweildauer hat im Zeitraum von 2006 bis 2014 um 12% auf 7,7 Tage abgenommen.
 
Daten aus dem BARMER GEK Report Krankenhaus 2015
 
§  Psychische Störungen

Die Behandlungstage bei psychischen und Verhaltensstörungen nehmen weiter zu. Seit dem Jahr 2006 ist ein Anstieg von 18,8% zu erkennen (2006: 288,7 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte, 2014: 343,0 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte). Auffällig ist, dass es bei anderen Diagnosen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krankheiten des Verdauungssystems einen rückläufigen Trend der Behandlungstage gibt. Dieser bewegt sich je nach Diagnose bei einem Minus von 7,6 bis 18 Prozent, das entspricht 272,9 Krankenhaustage je 1.000 Versicherte im Jahr 2006, im Jahr 2014 waren es noch 243 je 1.000 Versicherte (im Report ab Seite 35).
 
§ Häufige Diagnosen

Es zeigt sich ein deutlicher Unterschied bei den häufigsten Diagnosen zwischen den Geschlechtern. Es werden mehr Männer als Frauen mit der Diagnose Herz-Kreislauf-Erkrankung behandelt. Bei Männern sind es 36,9 Fälle pro 1.000 Versicherte, bei Frauen 29,3. Auch bei den Erkrankungen des Verdauungssystems liegen Männer vorne (24,4 gegenüber 22,0 Behandlungsfällen je 1.000 Versicherte). Bei den Frauen überwiegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes: Frauen 24,4 und Männer 18,8 Fälle je 1.000 Versicherte (im Report ab Seite 37).
 
 § Regionale Unterschiede bei Behandlungsdauer und -kosten

Bei der Dauer der Behandlung gibt es deutliche regionale Unterschiede. Baden-Württemberg bildet hier das Schlusslicht. Hier gibt es die niedrigste Anzahl an Krankenhausfällen und -tagen je 1.000 Versicherte (187,2 Krankenhausfälle, 1.461,6 Krankenhaustage). Bei den Krankenhausfällen ist Thüringen Spitzenreiter (239,3 Fälle je 1.000 Versicherte), dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (239,2 Fälle je 1.000 Versicherte). Nordrhein-Westfalen hat jedoch mit 1.860,7 die meisten Krankenhaustage je 1.000 Versicherte. Die Ausgaben je Versichertem liegen zwischen 761 Euro in Baden-Württemberg und 910 Euro in Nordrhein-Westfalen (im Report Seite 32 f.).

 
Quelle: BARMER GEK



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs