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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
19. März 2015

Wetterwarnungen: Entscheidungshilfen für Katastrophenmanager

Bei angekündigten Unwettern müssen Katastrophenmanager in öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen schnelle Entscheidungen treffen. Dafür müssen sie die Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten der Vorhersagen und der Wetterwirkungen einschätzen. Doch wie stellt man diese so dar, dass sie von den Katastrophenmanagern auch leicht verstanden werden und diese somit zu besseren Entscheidern machen? Daran arbeitet ein Team des interdisziplinären Projekts "WEXICOM", an dem die Freie Universität Berlin und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung beteiligt sind.

Stellen Sie sich vor, der Wetterdienst sagt schwere Unwetter mit Überschwemmungen voraus und Sie müssen entscheiden, wie damit in Ihrer Stadt umgegangen wird? Schließen Sie alle öffentlichen Einrichtungen, sperren Sie Verkehrswege und setzen Sie eine Hundertschaft von Helfern in Alarmbereitschaft? Sollte am Ende nichts passieren, haben Sie die Bevölkerung unnötig in Angst versetzt und dazu Kosten verursacht. Tun Sie nichts und es kommen Menschen zu Schaden, werden Sie dafür verantwortlich gemacht. Doch wie trifft man solche Entscheidungen, und was braucht man dafür?

An der Lösung für diese Fragen arbeitet ein Team des Projekts "WEXICOM". Die Abkürzung steht für "Weather warnings: from EXtreme event Information to COMunication and action", zu Deutsch "Wetterwarnungen: von Informationen über Extrem-Ereignisse zu Kommunikation und Maßnahmen". Während die Freie Universität Berlin ihre Expertise zur Extrem-Wettervorhersage und zur Sicherheits- und Katastrophenforschung einbringt, kommen vonseiten des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung die Erkenntnisse aus der Entscheidungsforschung. Das Projekt gehört zum Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung, das vom Deutschen Wetterdienst finanziert wird.

Obwohl bereits große Fortschritte bei der Entwicklung von Wahrscheinlichkeitsvorhersagen von Unwetterereignissen gemacht worden sind, werden diese bisher kaum an die Nutzer weitergegeben, beispielsweise an Feuerwehrleute. Stattdessen erhalten sie eine "Ja- oder Nein-Einschätzung" vom Wetterdienst, die im Zweifelsfalle eher "auf Nummer sicher" geht. "Denn die Meteorologen übernehmen hier eine Entscheidung, die eigentlich über ihre Kompetenz, das Wetter zu prognostizieren, hinausgeht", sagt Martin Göber, der am Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin arbeitet. "Wir möchten deshalb die Katastrophenmanager in die Lage versetzen, diese Entscheidung mit Informationen über die Unsicherheit der Warnung besser einschätzen zu können."

Ziel ist es, eine transparente und effektive Kommunikation von Risiken und Unsicherheiten für bestimmte Benutzergruppen zu entwickeln. Diese soll die Fähigkeit fördern, Entscheidungen zu treffen, die das Risiko von Verlusten und Schäden minimieren. "Wir wollen die Wahrscheinlichkeitsvorhersagen so aufbereiten, dass sie leicht erfasst und verstanden werden. Dies kann zum Beispiel in grafischer Form geschehen", sagt Nadine Fleischhut, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsbereich "Adaptive Rationalität" des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.

Um möglichst praxisnah zu forschen, arbeitet die Projektgruppe, zu der auch das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit und die Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin gehören, unter anderem mit der Feuerwehr zusammen. Als Testumgebung dient das Feuerwehr-Informationssystem (FeWIS). Hier können die Forscherinnen und Forscher direkt sehen, wie aufgearbeitete Wetterdaten genutzt werden. Das ermöglicht es zu analysieren, ob und wie risikobasierte Warnungen den Katastrophenmanagern vor Ort helfen können, das Risiko von Verlusten und Schäden zu verringern.

Weitere Informationen unter www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse

 
Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung



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