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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
15. Januar 2015

Organentnahme in Norddeutschland: Korrekte Darstellung nach abgeschlossener Untersuchung

Nach Berichten einiger Medien wird über Fehlverhalten bei der Hirntoddiagnostik in einem Krankenhaus in Norddeutschland berichtet. Mit Zusätzen in der Überschrift wie "Lebte der Patient noch?" (BILD) wird schon vor Abschluss der Prüfung des Falles ein Horrorszenario aufgebaut. Mit der Überschrift "Schwere Panne bei der Organentnahme" (Süddeutsche) impliziert das Blatt, dass eine Organentnahme stattgefunden hat. Diese und weitere Medien nehmen hier gemäß der Devise "bad news are good news" ein Prüfungsergebnis vorweg und stellen Vermutungen als Schlagzeile in den Raum. Diese setzen sich in den Köpfen der Leser fest und können dazu beitragen das Vertrauen in die Organspende zu beschädigen, die Hoffnung von Wartelistenpatienten zu zerschlagen und Spenderangehörige zu verunsichern. Pressefreiheit ist ein hohes Gut. Redaktionen sollten jedoch besondere Verantwortung für die Wirkung ihrer Blickfänge und Artikel übernehmen, wenn es um Menschenleben geht.

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Nachdem die Prüf- und Überwachungskommission den Vorfall schon seit Dezember eingehend untersucht, konnte sie am 12.1.2015 einen Zwischenbericht vorstellen und teilte mit, dass der Patient eindeutig verstorben war, sich aber Unzulänglichkeiten in der Dokumentation gezeigt hatten. Diese führten zu Unsicherheiten der Beteiligten, worauf diese die Organentnahme abbrachen.

Die  Richtlinien zur Feststellung  des Hirntodes schreiben Untersuchungen des Patienten nach genau festgelegten Schemata unter Berücksichtigung von verschiedenen besonderen Gegebenheiten vor. Diese müssen durch zwei unabhängige, in der Intensivmedizin erfahrene Ärzte vorgenommen und protokolliert werden.

Auch Fehler in der Dokumentation sind Fehler, die nicht geschehen dürfen. Deren Ursachen müssen abschließend geklärt, diskutiert und mögliche Fehlerquellen beseitigt werden.

Lebertransplantierte Deutschland e.V.  erwartet den abschließenden Bericht der Prüf- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer und eine daraufhin sachliche, klare Darstellung in den Medien. Sensationserhaschende Vorgriffe lehnt der Verband ab.

Lebertransplantierte Deutschland e.V. hat Hochachtung vor den Ärzten und Pflegekräften, die sich in den Krankenhäusern für die Organspende einsetzen. Deren Engagement sollte durch konsequente Umsetzung des 2012 novellierten Transplantationsgesetzes auf Länderebene weiter gestützt werden. Alle Länder sollten umgehend die vorgesehenen Freistellungs- und Funktionsbeschreibungsregelungen und deren konkrete Finanzierung festschreiben.

 
Quelle: Lebertransplantierte Deutschland e.V.



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