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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
08. Januar 2015

Gelder für elektronische Gesundheitskarte liegen auf Eis - Freie Ärzteschaft fordert Stopp des Mammutprojekts

Wieder muss die elektronische Gesundheitskarte (eGK) einen herben  Rückschlag einstecken: Die Krankenkassen haben offenbar die Faxen  dicke und der Betreibergesellschaft Gematik den Geldhahn zugedreht. Die Freie Ärzteschaft (FÄ) begrüßt diese Entscheidung: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland  Dietrich heute in Essen. Er betonte jedoch zugleich: "Das kann nur der erste Schritt sein. Nun ist das Bundesgesundheitsministerium gefordert, das eGK-Projekt zu beenden. Kassenärztliche  Bundesvereinigung und Bundesärztekammer sollten endlich die Reißleine ziehen und aus der Gematik aussteigen. Oder wie viele Milliarden an Versichertengeldern sollen noch versenkt werden?"

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FÄ-Vizevorsitzende Dr. Silke Lüder sieht die jahrelange Kritik der  Freien Ärzteschaft bestätigt: "In den vergangenen Jahren hat das Projekt irrwitzige Kosten verursacht. Es ist aber nicht der Hauch eines Nutzens entstanden. Das haben jetzt auch die Krankenkassen begriffen. Mit ihrer Entscheidung gestehen sie das Scheitern des Projekts ein." Medizinisch sei die elektronische Gesundheitskarte völlig unbrauchbar. Mehr noch: Die eGK sei vor allem gefährlich, weil sie der Schlüssel zu den medizinischen Daten von Millionen Bürgern  sei, die niemand vor dem Zugriff etwa der Gesundheitsindustrie  schützen könne. "Als Freie Ärzteschaft", sagte Lüder, "kämpfen wir  seit zehn Jahren gemeinsam mit Patientenvertretern und anderen  Organisationen erfolgreich gegen dieses wahnsinnige Projekt - die Früchte unserer Arbeit wachsen. Bürger, Ärzte und selbst einige  Kassen wollen keine elektronische Überwachung im Gesundheitssystem."

FÄ-Chef Dietrich ist überzeugt, dass die Politik mit dem eGK-Projekt einem Irrglauben hinterherlaufe: "Weder lässt sich damit die  medizinische Versorgung der Bevölkerung verbessern, noch erforschen, noch gleichzeitig Geld sparen. Dass Letzteres nicht funktioniert, belegen seriöse Daten aus den USA." Zudem sei das eGK-Projekt  technisch, gesellschaftlich-sozial, psychologisch, ökonomisch, politisch, rechtlich und auch medizinisch so komplex, dass viele  "Nebenwirkungen" noch gar nicht abzuschätzen seien. Schon allein wegen der technischen Komplexität seien Datenschützer aber jetzt  bereits sicher, dass die konzipierte Telematikinfrastruktur niemals zu sichern sein werde.

 
Quelle: Freie Ärzteschaft e.V.



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