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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
28. Juli 2014

Ebola-infizierter Mediziner könnte in Hamburg behandelt werden

Erstmals seit dem Ebola-Ausbruch in Westafrika könnte ein infizierter Patient in Deutschland behandelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation hat beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt, ob ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort versorgt werden könnte, wie UKE-Sprecherin Christine Trowitzsch am Montag sagte. Der Mann war in die medizinische Versorgung von Ebola-Patienten eingebunden.

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Die Hansestadt sei zur Aufnahme des Erkrankten bereit und darauf vorbereitet, hieß es beim UKE und der Hamburger Gesundheitsbehörde. Die Sicherheitsvorkehrungen sind Trowitzsch zufolge so hoch, dass es für Mitarbeiter und Öffentlichkeit keinen Grund zur Sorge gebe. Nach Ansicht der Gesundheitsbehörde ist es allerdings ungewiss, ob der Mann tatsächlich in der Hansestadt betreut wird. "Ob dieser Patient jemals ankommt, ist höchst fraglich", sagte Sprecher Rico Schmidt. So müsse der Kranke etwa transportfähig sein.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es kann unter anderem zu schweren Blutungen führen. Der Patient soll nach dpa-Informationen aus Sierra Leone stammen. Nach Angaben des "Hamburger Abendblatts" soll es sich um einen Mediziner handeln, der im Kampf gegen Ebola in seiner Heimat viel bewegt habe.

Liberia kündigte unterdessen an, wegen der schweren Ebola-Epidemie in dem westafrikanischen Land alle Grenzen zu den Nachbarstaaten zu schließen. Ausnahmen seien lediglich zwei Flughäfen und drei andere Grenzpunkte. An diesen würden aber Zentren eingerichtet, um alle Ein- und Ausreisenden auf das Virus zu testen. Dies teilte die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf am Montag nach einem Treffen mit einem eigens eingerichteten Krisenstab mit. Sie hatte Ebola am Wochenende zu einem nationalen Notfall erklärt.

Einen Zeitplan für eine mögliche Ankunft des Patienten aus Afrika in Hamburg gebe es nicht, sagte Behördensprecher Schmidt. Alle Beteiligten wären nach seiner Darstellung bereits am Wochenende auf die Aufnahme des Patienten vorbereitet gewesen - bisher sei jedoch nichts passiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe bereits in der vergangenen Woche in Hamburg angefragt.

Wir haben daraufhin den Hamburger Seuchenstab aktiviert und in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen unsere grundsätzliche Bereitschaft erklärt, den Patienten aufzunehmen und zu behandeln", erklärte UKE-Sprecherin Trowitzsch.

Das UKE und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben bei der Therapie von solch hoch ansteckenden Erkrankungen einen hervorragenden Ruf. In einem speziellen Behandlungszentrum des UKE werden Patienten versorgt, die sich mit lebensbedrohlichen Erregern wie etwa Filoviren - sie sind verantwortlich für das Ebola- und Marburg-Virus - oder Coronaviren (SARS) angesteckt haben.

Die Einrichtung sei von der übrigen Patientenversorgung im UKE baulich getrennt, betonte Trowitzsch. Die drei Behandlungszimmer mit insgesamt sechs Betten haben den Angaben zufolge einen eigenen Schleusenbereich und eine spezielle Raumlufttechnik. Ärzte und Pflegepersonal seien speziell in der Versorgung von Infektionskrankheiten geschult. Das Behandlungszentrum arbeitet eng mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, der Bundeswehr, der Berufsfeuerwehr Hamburg und der Gesundheitsbehörde zusammen.

Nach Darstellung des UKE wäre es das erste Mal, dass ein Ebola-Patient mit bestätigter Diagnose in Hamburg behandelt wird. Zuletzt war in Hamburg 2009 eine Wissenschaftlerin mit Verdacht auf Ebola behandelt worden. Die erfahrene Forscherin hatte sich bei einem Laborunfall im Bernhard-Nocht-Institut durch drei Paar Handschuhe mit einer leeren Spritze gestochen, in der zuvor Proben des Ebola-Virus waren. Die Ärzte hatten sie daraufhin weltweit erstmals mit einem Impfstoff behandelt, der zuvor nur an Tieren erprobt worden war. Nach Ablauf der Inkubationszeit von 21 Tagen - das ist die Zeit zwischen einer Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome - stellte sich aber heraus, dass sich die Frau nicht mit dem Virus infiziert hatte.

Wenn der Ebola-Patient aus Westafrika nach Hamburg kommen sollte, würde er aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel landen und dann mit einem Spezialwagen der Feuerwehr in das abgetrennte Gebäude im UKE gebracht werden.

 



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