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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
26. Juni 2014

BPI: "Dialog erfordert Respekt"

Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) stehen drei Themen als zentrale Zukunftsfragen auf der Tagesordnung der nächsten Monate. Der von der Bundesregierung angekündigte Dialog zu Fragen der Forschung und Produktion, der Bewertung von Forschung an bewährten Wirkstoffen und der Weiterentwicklung der Rabattverträge für Arzneimittel. Gerade beim ressortübergreifenden Dialog müssten nach Ansicht des BPI auch Erstattungsfragen eine wesentliche Rolle spielen: "Wer insbesondere die Produktion in Deutschland sichern und nachhaltig stärken will, kommt um die Fragen des Geldes nicht herum. Wir haben seit Jahren eine derartig rigide Sparpolitik und Kostendämpfung, dass insbesondere die standortgebundene Industrie an ihrer Belastungsgrenze angekommen ist. Für die Arbeit, die wir als pharmazeutische Industrie leisten und mit der wir wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität, der Versorgung und der stark gestiegenen Lebenserwartung beitragen, erwarten wir Respekt. Und Respekt drückt sich auch darin aus, dass unsere Arzneimittel einen fairen und anständigen Preis erhalten", so Dr. Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des BPI.

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Hoffnung besteht nach Ansicht des geschiedenen Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedes Dr. Bernd Wegener in einer veränderten Dialogkultur. Nach 14 Jahren als Vorstandsvorsitzender des BPI sieht Dr. Wegener erste Schritte auf dem Wege des Anerkennens der gegenseitigen Interessen. An den Gesundheitsminister richtete er die Bitte: "Nehmen Sie den Dialog ernst. Lassen Sie uns wirklich auf Augenhöhe mitreden und verstehen Sie, dass, wenn es um Produktion und Forschung am Standort Deutschland geht, es nicht nur um rein regulatorische Fragen oder die Grundlagenforschung geht, sondern auch um Erstattungsfragen gehen muss und dass unsere Interessen nicht die Interessen einer unmoralischen Industrie sind, die an Gesundheit bzw. Krankheit verdienen will, sondern berechtigte Interessen eines Industriezweiges, der Geld verdienen will und muss, damit Versorgung in diesem Land gut bleibt und immer besser werden kann", so Dr. Wegener.
 
Für Dr. Zentgraf ist es zudem nicht akzeptabel, dass Forschung an bewährten Wirkstoffen durch die Rahmenbedingungen nahezu unmöglich gemacht wird. Fortschritt vollzöge sich in allen Bereichen der Wirtschaft in Schritten. Doch im Arzneimittelbereich würde dieser Fortschritt negiert oder sogar diskreditiert. Es bedürfe eines Austauschverbotes und eines verlängerten Unterlagenschutzes für diese Innovationen. Hinsichtlich der Rabattverträge fordert der BPI veränderte Rahmenbedingungen. So fordert er eine Karenzzeit von anderthalb Jahren nach Ablauf des Patentes bis zur ersten Rabattvertragsausschreibung, damit sich überhaupt ein Generikawettbewerb entwickeln kann. "Wenn ich mit dem ersten Stichtag, Ablauf des Patentes, Rabattverträge ausschreibe, werde ich die Angebotsvielfalt deutlich minimieren. Das führt nicht zu Wettbewerb. Das führt von vornherein zu Oligopolisierung und aus Kassensicht zu etwas Schlechtem. Nämlich einem dauerhaft höheren Preisniveau", so Dr. Zentgraf. Zudem bedürfe es einer vernünftigen Auskömmlichkeitsprüfung und des Verzichtes auf Ausschreibungen bei Arzneimitteln für lebensbedrohliche, schwerwiegende und seltene Erkrankungen sowie bei kritischen Indikationen und Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite. Wenn es weniger als vier Anbieter im jeweiligen Marktsegment gibt, muss auf Ausschreibungen verzichtet werden.
 
Bedenklich und gefährlich findet der BPI, dass versucht wird das Ausschreibungsinstrument zwanghaft in Märkte zu pressen, in denen es keinen Platz hat. Dies gelte beispielsweise für Impfstoffe, die sich aufgrund der besonderen Eigenschaften schlicht und ergreifend der Ausschreibungslogik entzögen. Auch mit dem nun gebauten Kompromiss, dass mindestens zwei Anbieter berücksichtigt werden sollen, heile man ja das wirkliche Problem nicht. "Das wirkliche Problem liegt doch darin, dass Impfstoffe nicht von heute auf morgen mal eben hergestellt werden können, sondern eine Produktionszeit von Monaten benötigen. Und wenn ich als zweiter Anbieter eine grundsätzliche Abnahmemenge von potenziell 100.000 Dosen habe, werde ich nicht 400.000 produzieren, um im Notfall bei dem ersten Anbieter der nicht liefern kann, einspringen zu können und die Lücke zu schließen - weil ich nämlich davon ausgehen muss, dass dieser Notfall nicht eintritt und ich damit 300.000 Dosen entsorgen muss. Märkte regulieren sich am besten durch sich selbst, durch marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen. Und gerade spezielle Märkte und dazu zählt z. B. der Impfstoffmarkt, können nicht mit der Logik staatlicher Eingriffe reguliert werden", erklärte Dr. Wegener.

 
Quelle: Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI)



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