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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
29. April 2014

ÄKN: "Lärm gefährdet nicht nur das Hörvermögen"

Rund 54% der Deutschen fühlen sich in ihrem Wohnumfeld durch Straßenverkehrslärm gestört oder belästigt. Das ergab 2012 eine repräsentative Umfrage des Umweltbundesamts (UBA). Etwa 40% der Befragten gaben an, sich durch Nachbarschaftslärm belästigt zu fühlen, fast 35% klagen über Lärm durch Schienenverkehr und über 20% stört der Lärm, den der Flugverkehr verursacht. Zwar ist die Einschätzung, welche Geräusche als störend empfunden werden, stark subjektiv geprägt, die gesundheitlichen Folgen dürfen jedoch nicht unterschätzt werden!

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"Viele Menschen wissen nicht, dass dauerhafter Lärm nicht nur dem Gehör schadet, sondern auch immense Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem sowie das Schlafverhalten hat", mahnt ÄKN-Präsidentin Dr. med. Martina Wenker. "Bereits das Wohnen an einer Hauptverkehrsstraße erhöht bei dauernder Belastung der Wohnung tagsüber das Risiko, an einer Herz-Kreislaufkrankheit zu erkranken."

Lärm entsteht durch eine hohe Schallintensität, diese wird in Dezibel gemessen. Das Gehör leidet nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab einem Schallpegel von 85 Dezibel. Zum Vergleich: Am Straßenrand einer Hauptverkehrsstraße beträgt der Pegel rund 80 Dezibel, ein Gespräch oder Musik auf der sogenannten Zimmerlautstärke liegen bei 60 Dezibel. Der Maximalpegel am MP3-Player beträgt übrigens 120 Dezibel und ist damit so laut wie ein Rockkonzert oder die Musik in einer Diskothek.

Direkten Einfluss auf das Hörvermögen haben die sogenannten auralen Lärmwirkungen, die durch extremen Lärm am Arbeitsplatz, Diskothekenbesuche oder Knallereignisse hervorgerufen werden - wie etwa dem Knallen eines Silvesterböllers. Durch die dauerhafte Belastung eines hohen Schallpegels beziehungsweise der kurzzeitig hohen Schallspitzen, die durch Knallereignisse entstehen, kann das Gehör Schaden nehmen.

Auf den gesamten Organismus wirken hingegen extra-aurale Lärmwirkungen ein, die körperliche Stressreaktionen auslösen und schon bei niedrigen Schallpegeln auftreten können. Grund dafür ist, dass der menschliche Körper sich durch Lärm auf eine physische Auseinandersetzung vorbereitet, die letztendlich nicht stattfindet. Es werden Stresshormone ausgeschüttet und das Nervensystem aktiviert. Dieser Prozess geschieht unbewusst und bleibt bestehen, solange der Lärm auf unser Ohr einwirkt. Auch und gerade nachts, denn selbst wenn wir schlafen bleibt unser Ohr "wach" und registriert alle Geräusche, die uns im Fall einer Gefahr - also eines lauten Geräuschs - aus dem Schlaf hochschrecken lassen.

"Durch eine permanente Geräuschkulisse läuft der Organismus tagsüber auf Hochtouren und kommt auch in der Nacht nicht zur Ruhe", erklärt Dr. Wenker. "Das führt bei andauernder Lärmbelastung zu Konzentrations- und Schlafstörungen und erhöht durch einen dauerhaft gesteigerten Blutdruck das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Über diese Gefahren muss intensiv aufgeklärt werden", fordert die ÄKN-Präsidentin. "Wenn Patienten den Eindruck haben, dass mit ihrem Hörvermögen etwas nicht stimmt, sollten sie das unbedingt ernst nehmen und sich an einen Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO) wenden", rät Dr. med. Ulf Burmeister, HNO-Facharzt in Bad Zwischenahn und Mitglied der Kammerversammlung der ÄKN. Wer wissen möchte, wie stark eine Lärmbelästigung genau ist, kann diese zum Beispiel mit der kostenlosen LärmApp des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte messen. Sie ist sowohl für Apple- als auch für Android-Smartphones erhältlich.

 
Quelle: Ärztekammer Niedersachsen



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