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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
24. März 2014

DGVS-Gutachten: Gute Aussichten für Magen-Darm-Spezialisten Hälfte aller Gastroenterologen-Stellen bis 2025 neu zu besetzen

In den kommenden Jahren werden in Deutschland vermehrt Mediziner mit gastroenterologischer Facharzt-Qualifikation benötigt. Dies ist das Ergebnis des Gutachtens „Gastroenterologische Kernleistungen unter gesundheitsökonomischen Aspekten“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Dem Gutachten zufolge sind etwa die Hälfte aller stationär tätigen Gastroenterologen 50 Jahre und älter. Um die gleiche Zahl von Patienten wie heute angemessen behandeln zu können, müssten in den kommenden zehn Jahren bereits 50 Prozent der derzeit beschäftigten Gastroenterologen durch nachwachsende Ärzte ersetzt werden, so die Fachgesellschaft.

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"Bei den niedergelassenen Gastroenterologen ist die Situation ähnlich", erläutert DGVS-Präsident Professor Dr. med. Markus Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin A am Universitätsklinikum Greifswald: "Im Jahr 2026 befinden sich bereits mehr als die Hälfte der heutigen Gastroenterologen in Rente und hinterlassen ihre Arztsitze für den Nachwuchs."

Steigender Bedarf ergibt sich dem Gutachten zufolge auch durch eine wachsende Nachfrage an gastroenterologischen Leistungen aufgrund der alternden Bevölkerung: Da sich ältere Menschen - statistisch betrachtet - häufiger von Magen-Darm-Spezialisten untersuchen und behandeln lassen, werden diese mit der sich ändernden Demographie zunehmend gebraucht. So wird die Nachfrage an gastroenterologischen Leistungen in den kommenden Jahren voraussichtlich um 2,5 bis 5,5% steigen. Zwar erreicht sie zwischen 2023 und 2027 voraussichtlich ein Maximum und sinkt dann langsam wieder ab. "Dennoch müssen sich Politik und Ärzteschaft auf diese Herausforderung vorbereiten und die Versorgung der Menschen mit einer entsprechenden Bedarfsplanung sicherstellen", so Lerch.

Der Präsident der gastroenterologischen Fachgesellschaft ist zuversichtlich, dass der Bedarf gedeckt werden kann: "Die Entwicklungen der letzten 20 Jahre zeigen, dass unser Fach für junge Mediziner attraktiv ist", sagt Lerch. "Wir können einen deutlichen Zuwachs an Fachärzten und auch an der Bedeutung des Fachgebiets verzeichnen und ich zweifle nicht daran, dass sich auch in Zukunft viele heranwachsende Ärzte für dieses spannende und wichtige Fachgebiet interessieren und hierhingehend spezialisieren werden."

Die im Gutachten genannten Zahlen bestätigen dies sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich: So waren 1996 in 308 Krankenhäusern 720 Gastroenterologen beschäftigt. Bis 2011 stieg zum einen die Zahl der Krankenhäuser mit gastroenterologisch tätigen Ärzten auf 530 an. Zum anderen wuchs die Zahl der hierin beschäftigten Gastroenterologen um 129% auf 1648. "Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass dreiviertel der in Krankenhäusern beschäftigten Gastroenterologen in Oberarzt- und Chefarztpositionen tätig sind", betont DGVS-Sprecher Professor Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik III) an der Uniklinik RWTH Aachen. "Das bedeutet, dass hier in näherer Zukunft sehr attraktive Positionen frei werden." Gerade auch für Frauen ist der Beruf zunehmend interessant: So waren 1996 nur etwa 12% der Gastroenterologen Frauen. 2011 waren es bereits 22%. Der Anteil der in Teilzeit arbeitenden Gastroenterologinnen stieg von 11,6% auf 28,% an.
 
Gemäß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat sich auch die Zahl der niedergelassenen Gastroenterologen seit 1996 mehr als verdoppelt. So waren 1996 genau 548 Gastroenterologen als Vertragsärzte tätig. 2011 waren es bereits 1194. "Auch innerhalb der Fachgesellschaft ist der Zuwachs deutlich spürbar", sagt Christian Trautwein: "Die DGVS verzeichnet mittlerweile über 5000 Mitglieder und ist damit die größte nationale gastroenterologische Fachgesellschaft in Europa."

 



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