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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
05. Februar 2014

Kooperationen zwischen Altenheimen und Kindertagesstätten: beide Seiten profitieren

Die Kinder wohnen weit weg, soziale Kontakte schwinden: Alte Menschen fühlen sich dann schnell einsam. Abhilfe können  schaffen. Richtig betreut helfen sie, die Generationen wieder näher zusammenzubringen.

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Sie basteln zusammen Martinslaternen, Lebkuchenhäuser und Karnevalsmasken. Sie gehen spazieren, singen, spielen Theater und erzählen sich aus ihrem Leben. Eine Gruppe von Senioren des Alten- und Pflegezentrums "Heilige Familie" im nordrhein-westfälischen Titz und die Vorschulkinder der dortigen Kindertagesstätte St. Peter treffen sich regelmäßig. "Es ist einfach schön, zu sehen, wie munter die Kinder sind", erzählt Martha Goebels. Die 89-Jährige hat sieben Enkel, die ihre Oma aber nicht so oft besuchen können, weil sie nicht im selben Ort wohnen. Wenn die Kinder aus der Kindertagesstätte da sind, fühle sie sich jünger, sagt Goebels. "Für unsere Bewohner ist die Begegnung mit den Kindern ein großer Gewinn", sagt Gaby Hansen, Sozialpädagogin und Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes. Sie betreut das Projekt "Alt und Jung" seit einigen Jahren. Über die Kinder kommen die Heimbewohner in Kontakt zur Außenwelt und erleben ein Gemeinschaftsgefühl. Den Kinder etwas zeigen und beibringen zu können, stärkt ihr Selbstwertgefühl. Gleichzeitig könnten sie von den Kindern Neues lernen.

Nicht nur in Titz: Kooperationen zwischen Altenheimen und Kindergärten gibt es mittlerweile einige in Deutschland. Die Begegnung mit Kindern wecke bei älteren Menschen positive Emotionen, sagt Annette Richert, Ärztin für Gerontopsychiatrie am Krankenhaus Hedwigshöhe in Berlin. Viele Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen litten unter depressiven Verstimmungen und hätten jegliches Interesse verloren. Durch den Kontakt zu den Kindern ändere sich das. Denn die Kleinen gingen unbefangen auf andere zu und könnten so Mauern überwinden, die viele Senioren um sich herum aufgebaut hätten.

Die Generationen zusammenzubringen, hält auch Kirsten Aner, Professorin und Direktorin des Instituts für Sozialwesen an der Universität Kassel, für eine gute Idee. Alte Menschen und Kinder lebten heute häufig von der jeweils anderen Generation getrennt. Diese Trennung sei ein strukturelles Problem der Gesellschaft.

Eine Kooperation zwischen Seniorenheim und Kindertagesstätte bietet Aner zufolge einen Ausgleich. Senioren und Kindern kann dabei ein Stück Leben gezeigt werden, das sie sonst nicht mehr sehen. Ob eine solche Kooperation aber wirklich für beide Seiten einen Gewinn bringt, hängt stark davon ab, wie intensiv das Projekt betreut und begleitet wird. "Es reicht bei weitem nicht aus, ein Programm für die Treffen von Jung und Alt zu organisieren", sagt Aner. Die Begegnung sollte im Idealfall umfangreich vor- und nachbereitet werden. Denn die Treffen können bei allen Beteiligten - den Kindern, den Alten, aber auch den Fachkräften - neben Freude und Inspiration auch Emotionen wie Verunsicherung, Angst, Wut und Trauer auslösen. Diese müssten aufgefangen werden. Dafür braucht es Personal, das Zeit hat, gut ausgebildet ist und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen kann.

Die Interessen der Senioren entscheiden, an welchen Aktionen von "Alt und Jung" sie teilnehmen. "Nicht jeder bastelt gern", sagt Hansen. Aber auch die personellen Kapazitäten der Einrichtung spielen eine Rolle. Wer einen Ausflug mitmachen will, muss mit dem  ollator laufen oder wenigstens selbstständig in den Rollstuhl umsteigen können. Auch Hausbewohner mit leichter oder mittelschwerer Demenz können laut Hansen an den Angeboten teilnehmen. "Das wird ganz individuell entschieden", sagt die Sozialpädagogin. Grundsätzlich seien solche Kooperationsprojekte aber auch für Demenzkranke geeignet, betont Richert. Denn 65 bis 90% der Betroffenen könnten sich gut an lang zurückliegende Ereignisse erinnern. Und gerade die Begegnung mit Kindern könne solche Erinnerungen wecken.

In Titz treffen sich Jung und Alt einmal im Monat. Zwischendurch kommen manche der Vorschüler auf eigene Faust im Seniorenheim vorbei. "Der Besuch macht auch den Kindern Freude", ist sich Heimbewohnerin Gertrud Weckauf sicher. Das merke man den Fünf- bis Sechsjährigen an. Besonders schön findet die 82-Jährige, dass die Kinder heute Spaß an vielen Spielen finden, die sie selbst schon als Kind gespielt hat.

 



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