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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
28. Januar 2014

Pflegende Männer fühlen sich in Selbsthilfegruppen oft fehl am Platz

Ist von Pflege die Rede, denken viele in erster Linie an Frauen. Dabei ist jeder dritte Pflegende ein Mann. Für manche von ihnen ist das eine Möglichkeit, ihrer Partnerin oder Mutter etwas zurückzugeben. Männer informieren sich zum Thema Pflege oft auf andere Art als Frauen. In Angehörigengruppen beispielsweise fühlen sie sich nicht immer wohl. «In den Gruppen sind Frauen meist in der Überzahl. Männer verlassen die Treffen schnell wieder, weil es ihnen dort zu emotional zugeht», sagt Eckart Hammer. Sie fühlten sich von den persönlichen Berichten eher belastet. Hammer ist Professor für soziale Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und hat ein Buch über pflegende Männer geschrieben. Männer recherchierten seiner Erfahrung nach lieber im Internet oder tauschten sich in Foren mit anderen Männern aus.

Laut Daten des Bundesfamilienministeriums ist in Deutschland von den pflegenden Angehörigen etwas mehr als jeder Dritte ein Mann (36%). Im Fokus stehe der pflegende Mann aber viel weniger als die pflegende Frau: "Auf Infobroschüren sind zum Beispiel immer Frauen abgebildet", kritisiert Hammer.

In 25 Tiefeninterviews beschäftigte sich Hammer unter anderem mit der Frage, aus welchen Motiven heraus Männer die Pflege übernehmen. "Häufig machen sie es aus Dankbarkeit heraus: Sie wollen ihrer Frau etwas zurückgeben." Viele der heute pflegenden Männer hätten noch ein sehr klassisches Eheverständnis, bei dem die Frau jahrelang hauptsächlich ihren Mann unterstützt und ihm den Rücken freigehalten habe. Einige definieren die Pflege vor allem als Aufgabe, die sie so gut und effizient wie möglich erledigen wollen. "Das kann von Vorteil sein, weil sie dadurch eine bessere Balance von Nähe und Distanz hinbekommen und sich nicht so stark von ihrer Aufgabe auffressen lassen", sagt Hammer.

Hinzu komme, dass pflegende Männer in ihrem Umfeld oft hoch angesehen seien und ihnen eher zugestanden werde, sich Hilfe von außen zu holen. "Da heißt es dann: "Der muss ja abends auch mal raus"", sagt Hammer. Allerdings gebe es deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. In ländlichen Regionen sei die soziale Kontrolle höher, so dass Männer sich nicht immer Unterstützung holten. "Viele haben auch Angst, dass sie etwas falsch machen könnten und der Pflegedienst das dann sieht."

 



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