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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
23. Januar 2014

AOK-Krankenhaus Report 2014: Verzerrte Darstellung verdeckt das wahre Problem

Der Umgang von Krankenhausreport und AOK mit "Behandlungsfehlern" in Krankenhäusern ist unseriös und populistisch. Eine acht Jahre alte internationale Studie auf aktuelle Behandlungszahlen in Deutschland hochzurechnen, wird dem Thema in keiner Weise gerecht. "Selbst unter idealen Bedingungen kann ein medizinischer Eingriff unerwünschte Folgen haben, da es hier nicht um die Reparatur von Maschinen, sondern um den Heilungsprozess bei Menschen geht. Im AOK-Krankenhaus Report wird die Realität in den Krankenhäusern jedoch verzerrt dargestellt. Damit werden die Patientinnen und Patienten unnötig verunsichert. Das Engagement und die qualitativ hochwertige tägliche Arbeit aller Krankenhausmitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ignoriert und abqualifiziert", weist der Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Helmut Fricke, die Vorwürfe im diesjährigen AOKKrankenhaus Report scharf zurück. "Hier ist eine Rückkehr zu einem sachlichen Umgang im Interesse der Patientinnen und Patienten erforderlich. Das Problem der Krankenhäuser liegt eindeutig im Bereich der unzureichenden Refinanzierung der Betriebs- und Investitionskosten."

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"An die Krankenhäuser werden durch Bundes- und Landesgesetzgebung höchste Anforderungen an Qualität und Personal vorgegeben", so Fricke weiter. Zudem bestimmten Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität und zum Teil sogar konkrete Personalzahlen für die stationäre Patientenversorgung. Die Einhaltung werde durch eine Vielzahl von Behörden und Organisationen "aus allen Richtungen" permanent kontrolliert. Bei Beschwerden oder Verdacht auf Behandlungsfehler können sich Patienten und Angehörige jederzeit an Patientenfürsprecher oder die Gutachterstellen der Ärztekammer wenden. Geradezu zynisch sei es, wenn die AOK öffentlich verlange, künftig gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um die Qualität zu verbessern. Vor Ort müssten die Krankenhäuser gerade jeden Euro für Fortbildung und Einstellung von Hygienefachkräften gegen den Widerstand der Krankenkassen erkämpfen, obwohl die letzte Bundesregierung mit einem Hygieneförderprogramm eine gesetzliche Grundlage vorgegeben hat.

Die Krankenkassen forderten immer wieder maximale Leistungen, seien aber nicht bereit, für die Mehrkosten, die den Kliniken dadurch entstehen, aufzukommen. Steigende Qualität und Sicherheit erforderten Ressourcen für zusätzliches und permanent fortgebildetes Personal und moderne Ausstattungen. Solange die steigenden Kosten für steigende Anforderungen an das Personal und tarifliche Personalkostenzuwächse den Krankenhäusern nicht ausgeglichen würden, erzeugten die Krankenkassen hingegen selber einen zu Lasten von Qualität und Sicherheit wirkenden Rationalisierungszwang, warnte der Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. Als Konsequenz nennt Fricke, dass "Krankenkassen und Politik geforderten Qualitäts- und Sicherheitserfordernisse auch finanzierbar machen müssen."

Wo immer dies machbar sei, täten die Krankenhäuser alles, um Risiken für ihre Patienten zu minimieren und über die bestehenden Vorgaben hinaus die Qualität zu steigern. "Die Krankenhäuser haben nichts zu verbergen und betreiben bereits eine offene Fehlerkultur", stellt Fricke klar. Mögliche Fehlerquellen zu identifizieren und durch systematische organisatorische Vorkehrungen zu minimieren und auszuschließen, werde von allen Krankenhäusern angestrebt und konkret umgesetzt. Beispiele hierfür seien Risikomanagementsysteme sowie Meldesysteme zur Vermeidung kritischer Vorfälle (CIRS), Checklisten in sicherheitsrelevanten Bereichen (z. B. Operationssäle), permanente Hygieneschulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Screening auf Keimbelastungen (MRSA) bei Risikopatienten. "Dies zu ignorieren und anhand veralteter Zahlen großzügig auf 19.000 Tote jährlich hochzurechnen, ist unverantwortlich", stellt Fricke in aller Deutlichkeit klar. "Offensichtlich soll in der Politik Druck erzeugt werden, um eine Reduzierung der Ausgaben der Krankenkassen und zugleich eine Ausdünnung der Krankenhauslandschaft zu erreichen."

 
Quelle: Niedersächsische Krankenhausgesellschaft



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