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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
15. November 2013

Neue Arznei-Prüfungen - Patientenvertreter warnen vor Einstellung

Noch einmal startet das höchste Gesundheits-Gremium eine Welle von Medikamenten-Prüfungen. Doch die Verfahren sind vor der Einstellung. Patientenvertreter warnen, Risiken könnten unentdeckt bleiben.

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Mehrere Medikamente gegen schwere Krankheiten kommen neu auf den offiziellen Prüfstand. Doch dass die Bewertungen ihres tatsächlichen Nutzens abgeschlossen werden, ist wegen der bisherigen Absprachen von Union und SPD unwahrscheinlich. Patientenvertreter warnen vor Risiken und Nebenwirkungen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Krankenkassen, Ärzten und Kliniken beschloss am Donnerstag in Berlin, fünf Wirkstoffgruppen einer Bewertung ihres Nutzens zu unterziehen. Es handelt sich um Mittel gegen teils seltene Krebsarten, bestimmten Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) und gutartige Prostata-Vergrößerungen. Betroffen sind Mittel des sogenannten Bestandsmarkts, die also schon lange auf dem Markt sind, aber noch unter Patentschutz stehen. Die Bewertung des tatsächlichen Nutzens solcher Mittel soll Basis für Einsparungen sein - nur was wirklich besser ist als frühere Mittel, soll auch teurer sein.

Union und SPD wollen diese Bewertungen aber in einer großen Koalition stark eindämmen. Betroffen wären davon auch die nun neu startenden Überprüfungen. "Wenn der Gesetzgeber Klarheit schafft, dann werden die Verfahren eingestellt", kündigte G-BA-Chef Josef Hecken an.

Der Chef des einflussreichen G-BA selbst hatte nach eigenen Angaben dafür geworben, von den Überprüfungen breit etablierter Mittel wieder Abstand zu nehmen. Sie waren ein Kernstück der schwarz-gelben Pharmareform AMNOG. Doch gebe es praktische Probleme, erläuterte Hecken. Zudem hieß es in G-BA-Kreisen, dass massiv Klagen der Pharmakonzerne drohten.

Es sei aber nicht alles gut, was Ärzte an gängigen Mitteln unter Patentschutz verschreiben, räumte Hecken ein. Deshalb sollten Nutzenprüfungen auf andere Art weitergehen, forderte Antje Haas, Arzneiexpertin des Verbands der gesetzlichen Krankenkassen. Schaden und Nutzen müsse bewertet werden, forderte die Patientenvertreterin Ines Verspohl. Ihr gehe es dabei um Patientensicherheit, weniger um die Arzneikosten.

Angesichts steigender Kosten setzen Union und SPD auf direkte gesetzliche Preisdämpfer, statt die gängigen Mittel zu überprüfen. Sie wollen die Weiterführung eines Preismoratoriums sowie einen zunächst dauerhaften 7-Prozent-Rabatt, den die Hersteller den Kassen gewähren müssen. Das will die Pharmaindustrie aber noch verhindern, wie die Hauptgeschäftsführerin ihres Verbands vfa, Birgit Fischer, ankündigte. "Es ist ein massiver Grundrechtseingriff", sagte sie. Klagen seitens der Industrie schloss sie nicht aus. Denn die Pläne bedeuteten, dass künftig für Kostensteigerungen etwa bei Ärzten oder Kliniken die Pharmabranche einseitig in Haft genommen würden.

 



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