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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
30. Oktober 2013

Studie: "Deutschland ist gestresst" - Tendenz steigend

Ein Leben ohne jeden Stress ist nicht unbedingt erstrebenswert - zu viel Druck schadet aber auch. Vielen Menschen fehlt laut einer Studie die gesunde Balance. Nicht immer ist der Job die Ursache.

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Stress belastet einer neuen Studie zufolge Millionen Menschen in Deutschland zunehmend. Mehr als jeder zweite Erwachsene in der Bundesrepublik sagt, mehr unter Druck zu stehen als noch vor wenigen Jahren. "Deutschland ist stark gestresst", sagte der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, am Mittwoch bei der Vorstellung der Erhebung in Berlin. Das Institut Forsa hatte im Auftrag der Kasse 1.000 Menschen dazu befragt.

Prozent fühlen sich weit mehr Frauen besonders oft gestresst als Männer (52%). "Besonders gestresst ist die sogenannte Sandwich-Generation", sagte Baas. 80% dieser Menschen zwischen 36 und 45 Jahren fühlten sich unter Druck. Denn sie kümmerten sich oft gleichzeitig um Beruf, Kinder und eigene Eltern.

Insgesamt fühlen sich laut Studie fast sechs von zehn Menschen in Deutschland zumindest teilweise gestresst - jeder Fünfte sogar häufig. Mit 47% nennen die meisten gestressten Menschen den Beruf als Belastungsfaktor Nummer eins, gefolgt von hohen Ansprüchen an sich selbst (41%) und privaten Konflikten (34%).

Im Job belegen zu viel Arbeit, Termindruck und Störungen die Spitzenplätze unter den Stressfaktoren. Ständige Erreichbarkeit spielt aus Sicht der Betroffenen eine untergeordnete Rolle, ebenso Konflikte mit Kollegen oder Chefs. Klassenkampf gebe es in den Unternehmen nicht mehr, meinte Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner.

Baas betonte aber auch: "Ein bisschen Stress ist ganz gut." 17% der Befragten sagten, erst mit Druck liefen sie zur Hochform auf. 59% aber stimmten der Aussage zu: "Stress belastet mich, aber für mich gilt: Augen zu und durch." 17% meinten, sie zögen sich zurück, sobald Stress aufkomme.

Auch am Beispiel des Umgangs mit den eigenen Kindern relativierte Baas das Problem. Zwar bezeichneten sich sieben von zehn Eltern als gestresst. "Doch die gleichen Eltern sagten, sie sind glücklich."

Etwas tun müsse man aber bei Dauerstress. "Mehr als jedem dritten gelingt es auch nach Feierabend und am Wochenende nicht, richtig abzuschalten", sagte Güllner. Frauen entspannen am liebsten bei Spaziergängen, Männer bei ihren Hobbys, zu 38% aber auch mit Alkohol.

Großstädter fühlen sich häufiger unter Druck. In Süddeutschland, vor allem in Baden-Württemberg, antworteten die meisten, sie seien gestresst. Die Norddeutschen gaben sich dagegen entspannter.

Mit dem Stress-Level nehmen laut Güllner die Beschwerden zu. Unter jenen, die sich als gestresst wahrnehmen, seien Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Gereiztheit verbreitet. "Gestresste Menschen haben gegenüber Entspannten ein fast viermal so hohes Risiko für seelische Beschwerden." Mit Blick auf die oft hohen eigenen Ansprüche rief Baas zu mehr Gelassenheit in der Gesellschaft und beim Einzelnen auf. Heute gelte es fast als peinlich, wenn man nicht gestresst sei.

Ob der Stress tatsächlich zugenommen hat, geht aus der Umfrage nicht hervor. Dies sei aber auch nicht zentral, weil es sich ohnehin um eine subjektive Angelegenheit handele, sagte Baas. "Wenn Leute sagen, sie haben mehr Stress, dann ist das erst einmal so." Angesichts des seit einiger Zeit starken öffentlichen Augenmerks auf das Thema erscheint auch von Belang, dass sich laut Umfrage insgesamt 42% selten oder nie gestresst fühlen.

 



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