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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
30. September 2013

DHPV begrüßt Änderung der Regelungen zur hausärztlichen palliativmedizinischen Basisversorgung, fordert aber Nachbesserungen

Ab dem 1. Oktober 2013 treten Neuregelungen für die palliativmedizinische Basisversorgung in Kraft. Die Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes des ambulanten ärztlichen Vergütungssystems (EBM) dient dem Ziel, die ambulante Behandlung schwerkranker und sterbender Menschen – etwa bei Tumorerkrankungen, aber auch bei anderen internistischen oder neurologischen Krankheiten ohne Heilungsaussichten – im vertrauten häuslichen Umfeld zu verbessern und unnötige Klinikeinweisungen zu vermeiden.

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"Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) begrüßt den Vorstoß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die palliativ-hausärztliche Versorgung für schwerkranke und sterbende Menschen erstmals einheitlich und bundesweit, den Bedürfnissen und Wünschen betroffener Patienten und ihrer Angehörigen entsprechend, zu verbessern, nicht zuletzt auch durch eine bessere Vergütung der ambulanten ärztlichen Leistungen", so Dr. Udo Kratel, Vorstandsmitglied des DHPV. "Allerdings wird die im EBM vorgesehene Regelung nicht allen Anforderungen einer umfassenden Versorgung gerecht, die die Betroffenen benötigen."
 
So fehlen vor allem Regelungen für die Vernetzung, Kooperation und Koordination unter den beteiligten Berufsgruppen. Das führt in der Praxis zu Versorgungslücken und somit zu einer unzureichenden Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen.
 
Für eine qualifizierte AAPV fehlen insbesondere Vorgaben für
- eine strukturierte Netzwerkbildung mit ambulanten Pflegediensten, ambulanten Hospizdiensten, Therapeuten, psychosozialen Diensten und Seelsorgern
- eine multiprofessionelle und interdisziplinäre Kooperation
- eine fachliche Koordination der Palliativ-Betreuung
- eine palliativmedizinische Qualifikation für die behandelnden Ärzte auf der Grundlage des 40-Stunden-Basiskurses
 
Für den DHPV stellt die EBM-Novelle somit allenfalls einen ersten Einstieg in eine bundeseinheitliche Basisversorgung (allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV)) dar. Die Lücke zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) wird durch die Neuregelung nicht geschlossen.
 
Dr. Udo Kratel: "Der DHPV fordert deshalb, den EBM zeitnah weiter zu entwickeln, so dass neben regionalen Modellprojekten wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen auch bundesweit eine den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten entsprechende, qualifizierte und gut vernetzte Hospiz- und Palliativ-Versorgung etabliert wird."
 
Hintergrund

Im Rahmen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) werden in der Praxis etwa 90% der ambulanten Palliativpatienten betreut. Sie ist somit die Basis für die  spezialisierte ambulanten Palliativversorgung (SAPV), die eine multiprofessionelle Behandlung von etwa 10% der Schwerstkranken mit besonders komplexen medizinisch-pflegerischen oder psychosozialen Problemen zum Ziel hat und auf die bereits seit 2007 ein gesetzlicher Leistungsanspruch besteht.

 
Quelle: Pressemitteilung des Deutschn Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV)



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