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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
31. Juli 2013

In Rheinland-Pfalz werden viele Scheininnovationen verordnet

Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Medikamente auf den Markt. Doch nicht alles, was neu ist, ist auch tatsächlich besser. Viele neue Arzneimittel bieten keinen oder nur geringen Zusatznutzen, häufig bei höheren Kosten als die bereits vorhandenen Medikamente. In Rheinland-Pfalz werden vergleichsweise viele Arzneimittel mit geringem Zusatznutzen verordnet. Darauf weist die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz hin.

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Neben Rheinland-Pfalz und dem Saarland verordnen insbesondere die Ärzte in den neuen Bundesländern sowie in Schleswig-Holstein besonders viele Scheininnovationen, verglichen mit den anderen Bundesländern. Dies fand eine wissenschaftliche Studie heraus, die von der Universität Bremen mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) erstellt und als "Innovationsreport 2013" veröffentlicht wurde.
 
Lediglich zwei von insgesamt 23 Arzneimitteln, die 2010 und Anfang 2011 neu auf den Markt gekommen sind, stellen einen relevanten therapeutischen Fortschritt dar, so das Ergebnis des Innovationsreports. "Neue Arzneimittel kommen meist mit hohen Herstellerpreisen auf den Markt, denen häufig kein adäquater Zusatznutzen für die Patienten gegenüber steht", so Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.
 
Ziel des Innovationsreports ist es unter anderem, den Ärzten eine Orientierungshilfe für die Verordnung von neuen Arzneimitteln zu geben. Die TK hat deshalb ihren Arzneimittelreport (TK-AMR) um ein Modul zu Innovationen erweitert. Mit dem Arzneimittelreport erhalten niedergelassene Ärzte auf Wunsch für jedes Quartal kostenlos eine individuelle Verordnungsübersicht zu Arzneimitteln, die sie ihren TK-versicherten Patienten verordnet haben. Sie können daraus ablesen, wie vielen TK-Versicherten das jeweilige Medikament verordnet wurde und ob dieses für die Patienten abhängig von der Indikation einen Zusatznutzen hatte.
 
Diese Übersicht wird ergänzt durch kompakte Zusammenfassungen der Ergebnisse zur frühen Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dabei gibt es sowohl einen fachlichen Text für Ärzte als auch eine Erläuterung für Patienten.
 
"Für echte Innovationen sind wir gerne bereit, einen fairen Preis zu zahlen. Damit aber diese Medikamente mit einem tatsächlichen Zusatznutzen bezahlbar bleiben, dürfen für Scheininnovationen keine utopischen Preise gelten", erklärt Anneliese Bodemar.

 
Quelle: TK



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