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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
08. Juli 2013

Kritik am Berichtsentwurf des Wissenschaftsrates für die Universitätsmedizin in Halle

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) hat den Berichtsentwurf des Wissenschaftsrates, welcher in den letzten Tagen an die Öffentlichkeit gelangt ist, mit Sorge zur Kenntnis genommen. Bereits im Mai hat sich die bvmd mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen in Sachsen-Anhalt gewandt und sich gegen Kürzungen, welche die Universitäts-medizin in Halle bedrohen, ausgesprochen.

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Der Wissenschaftsrat zieht mit seinem Bericht aus unserer Sicht eine völlig falsche Schlussfolgerung. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass Arztstellen in Halle schwer zu besetzen sind. Nach Meinung der bvmd muss genau deshalb eine gute Ausbildung von Anfang an in Halle vorgehalten werden, um junge Menschen für den Beruf und Standort zu begeistern. "In nur drei Jahren Studium tritt kaum Identifikation mit dem Studienort ein", sagt der Fachschaftsrat Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. "Ein geteiltes Studium macht trotz anderslautender Bekundungen des Wissenschaftsrates Halle als Studienort unattraktiv und veranlasst niemanden dazu, freiwillig hier zu studieren", so die Studierendenvertreter weiter.

Die Verlagerung der vorklinischen Ausbildung würde wohl kaum mit finanziellen Einsparungen einhergehen, denn im gleichen Schritt müsste eine Raumverknappung in Magdeburg behoben werden. Vom Wissenschaftsrat wird aber explizit gefordert eine Gefährdung des Standortes Magdeburg auszuschließen. Ohne höhere Investitionen wäre aber die bisherige Qualität der Lehre gefährdet. Dies sind aus unserer Sicht zwei nicht vereinbare Punkte, weshalb die bvmd diesen Vorschlag kritisch hinterfragt.

Die Fakultät in Halle hatte nach dem Gutachten des Wissenschaftsrates 2009 viele Aufgaben zu erledigen. Im vorläufigen Gutachten wird die "bemerkenswerte"  Verbesserung der Lehre in den letzten zwei Jahren hervorgehoben. Der Universitätsstandpunkt in Halle hat mit einer Reform der Studienordnung viel unternommen, um die bisherigen Forderungen des Wissenschaftsrates zu erfüllen. "Es ist für uns unverständlich, warum sich dieser Aufschwung in der Lehre nicht in der Empfehlung des Wissenschaftsrates niederschlägt", so der Fachschaftsrat Medizin.

Die Universitätsmedizin in Halle sollte weiterhin die Möglichkeit haben, die begonnene Umstrukturierung fortzuführen, um auch in anderen Bereichen gute Ergebnisse zu erreichen. Knapp vier Jahre sind ein sehr kurzer Zeitraum für eine Umstrukturierung und dies muss ausreichend in der Bewertung berücksichtigt werden.Die bvmd kann eine Umverlagerung des vorklinischen Abschnitts in eine andere Stadt, auf dieser Grundlage, nicht nachvollziehen. Für die bvmd steht fest: Halle bleibt!

 

 
Quelle: bvmd



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