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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
05. Juli 2013

Außerklinische Intensivversorgung braucht dringend gesetzliche Grundlage

In der Sendung "Report Mainz" am 2.7. wurde über katastrophale Zustände in der häuslichen Pflege berichtet. Es wurde bemängelt, dass es keine Vorschriften für einheitliche Qualitätsstandards und Qualifikationen gebe, und auch Altenpfleger, Hebammen und schlecht qualifizierte Hilfspfleger Kinder pflegen dürften. Dabei kann schon ein kleiner Fehler lebensbedrohlich sein.

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Hierzu erklären der Geschäftsführende Vorstand der „Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für außerklinische Beatmung“ DIGAB e.V., Dr. Karsten Siemon, Oberarzt Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH, Dr. Simone Rosseau, Oberärztin Charité-Universitätsmedizin Berlin, und Schatzmeister Jörg Brambring, Krankenpfleger und Geschäftsführer der Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH:

Es gibt sehr wohl einheitliche Qualitätsstandards für die medizinische und pflegerische Versorgung in der außerklinischen Intensivversorgung und die Qualifizierung der Pflegenden. Die Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinischen Beatmung (eine Vereinigung von ärztlichen Spezialisten für Beatmungsmedizin, Therapeuten, Pflegekräfte, Homecare-Provider, Vertretern der Selbsthilfe) hat diese mit Vertretern des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) und mit Kostenträgern erarbeitet. Darüberhinaus wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) eine S2 Leitlinie „Nichtinvasive und invasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz“ verfasst. Auch in dieser Leitlinie wird auf diese Standards eingegangen. Diese wichtige Leitlinie, die bereits 2009 veröffentlicht worden ist, wird aktuell übrigens überarbeitet. Neben der Leitlinie gibt es noch zusätzlich „Durchführungsempfehlungen zur invasiven außerklinischen Beatmung“.

All diese Leitlinien, Empfehlungen und Standards sind jedoch nicht im Gesetz verankert. Daraus folgt, dass die Pflegedienste nicht verpflichtet sind, sie konsequent einzuhalten. Und aufgrund fehlender gesetzlicher Bestimmungen prüfen auch die Kostenträger nicht, ob die Qualitätsstandards eingehalten werden. "Seit vielen Jahren weisen wir auf dieses Problem hin", so Dr. Siemon. "Wir brauchen dringend Politikerinnen und Politiker, die sich dieses Themas annehmen und die sich für klare gesetzliche Regelungen einsetzen".

"Wir teilen die Auffassung von Prof. Dr. Karl Lauterbach", so Dr. Simone Rosseau, "der in der Sendung darauf hinwies, dass es in der außerklinischen Intensivversorgung um schwerstkranke Menschen geht, die unser aller Unterstützung brauchen. Dass auch er gesetzliche Bestimmungen fordert, lässt uns hoffen." Die Fachgesellschaft wird in dieser Frage nicht locker lassen! Jörg Brambring betont, dass es bundesweit viele Pflegedienste gibt, die sich bereits seit langem an die Durchführungsbestimmungen halten und hervorragende Arbeit leisten. Bei diesen Pflegediensten werden nur geschulte Mitarbeiter eingesetzt. Ihnen sei an dieser Stelle für ihre tägliche Arbeit gedankt. Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld der DIGAB ist seit Jahren die Qualifizierung der Pflegenden. Inzwischen wurden bereits 47 Basiskurse für Pflegekräfte, die in der außerklinischen Beatmungsversorgung arbeiten möchten, von der DIGAB zertifiziert. Die Experten der DIGAB streben hierüber auch eine Zertifizierung von Pflegedienste an, die beatmete Kinder und Erwachsene pflegen. Doch auch hier muss der Gesetzgeber tätig werden.

 
Quelle: Vorstand Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinische Beatmung (DIGAB) e.V.



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