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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
07. Juni 2013

Ärzte wollen Krankheiten bei Kindern besser vermeiden helfen

Schon in den ersten Lebensjahren werden für viele Kinder in Deutschland die Weichen falsch gestellt. Ungesundes Essen und falsches Verhalten mindern oft die Chancen für ein gesundes Leben. Nun wollen Ärzte gegensteuern.

Mit flächendeckendem Einsatz von Fragebögen wollen Deutschlands Kinderärzte Krankheiten bei Minderjährigen künftig weit besser vermeiden. Eltern und Jugendliche würden dabei noch vor dem Praxisbesuch gezielt nach Risiken für Krankheiten, Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten gefragt, teilte der Berufsverband der  Kinder- und Jugendärzte anlässlich des Kinder- und Jugendärztetags 2013 am Freitag in Berlin mit.

"Die Fragebögen sollen ausgefüllt vorliegen, wenn das Kind zur Untersuchung geht", sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zwingen könne die Eltern niemand, aber die Ärzte würden dafür werben, weil es für die Kinder gut sei. Die Mediziner sollen dann bei ihren Untersuchungen auf die gemachten Angaben zu sprechen kommen.

Den Anfang machten 350.000 Kinder und Jugendliche, die bei der Barmer GEK versichert und in einen entsprechenden Vertrag eingeschrieben sind. Insgesamt sind allein bei dieser größten Kasse 1,3 Millionen Minderjährige versichert. Mit 5.900 Kinderärzten mache bereits ein Großteil mit, teilte Barmer-GEK-Vize Rolf-Ulrich Schlenker mit. Deshalb sei zu erwarten, dass künftig immer mehr Familien von dem Angebot Gebrauch machten. Die Kinder- und Jugendärzte hoffen auf weitere teilnehmende Kassen.

Das normale Programm der Vorsorgeuntersuchungen sei völlig überholt. Die Kinder- und Jugendärzte hätten es komplett überarbeitetet. "Das Ziel ist es, Krankheiten zu verhindern und nicht nur frühzeitig zu erkennen", sagte Hartmann.

Ein Kernanliegen bei dem noch bis zu diesem Sonntag andauernden Kongress ist es, die Chancen für Kinder aus Migrantenfamilien zu verbessern. "Insbesondere die Jungen, die aus bildungsfernen Familien stammen, haben eine zehn bis elf Jahre niedrigere Lebenserwartung als Kinder aus deutschstämmigen Mittelschichtsfamilien", sagte Hartmann. "Wenn Deutschland es mit Kinderrechten ernstnimmt, dann muss hier etwas geschehen."

 



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