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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
23. Mai 2013

Auswahlverfahren zum Medizinstudium

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hat das Interview mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer Prof. Montgomery in der Rheinischen Post vom 18.05.2013 interessiert gelesen und möchte daraufhinweisen, dass die geforderten Assessmentcenter wissenschaftlich evaluiert werden müssen, um die Objektivität, Reliabilität und Validität der Verfahren zu gewährleisten. Die bvmd bekräftigt an dieser Stelle ihre eigene Forderung nach Transparenz und sozialer Gerechtigkeit der Auswahlverfahren, um Fairness bei solchen Verfahren zu ermöglichen.

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Die Kritik an der Abiturdurchschnittsnote als alleiniges Auswahlkriterium kann die bvmd nachvollziehen und setzt sich für Einbeziehung weiterer Kriterien neben der Abiturnote zur Vergabe von Medizinstudienplätzen ein. Nichtsdestotrotz ist eine pauschale Verurteilung der Abiturdurchschnittsnote in der Diskussion nicht hilfreich, da es in der wissens-chaftlichen Literatur unterschiedliche Ergebnisse zur Voraussagekraft der Abitur-durchschnittsnote für den Erfolg des Studiums gibt.   

Die Abiturdurchschnittsnote könnte aber beispielsweise durch Testverfahren zur Zulassung zum medizinischen Studium ergänzt werden, da dadurch eine bessere Vorhersagbarkeit des erfolgreichen Studiumsabschlusses erreicht wird.   

Nach Meinung der bvmd sollte es weiterhin für einen Teil der Studienbewerberinnen und -bewerber möglich sein, einen Studienplatz nach diesem Kriterium zu bekommen. Zusätzlich müssen aber auch andere Kriterien und Qualifikationen berücksichtigt werden, um die Eignung von Bewerbern festzustellen und eine zusätzliche wissenschaftliche Begleitung zur Evaluation und Weiterentwicklung der Testinstrumente erfolgen. Dabei sollte die Abbrecherquote für das Medizinstudium weiterhin sehr gering gehalten werden.

Dem im Interview geschilderten Zusammenhang zwischen einer Abiturnote von 1,0 und dem zunehmenden Landarztmangel steht die bvmd sehr skeptisch gegenüber. Politische Ziele, wie die verstärkte Gewinnung von Ärzten für bestimmte Fachbereiche, sollten nicht die Auswahlverfahren bestimmen dürfen. Zudem bezweifelt die bvmd, dass sich beispielsweise durch Auswahlgespräche gezielt und zuverlässig Bewerber mit dem Berufswunsch Landarzt selektieren lassen. Zum Einen kann von den Bewerbern zur Zeit Ihrer Bewerbung nicht erwartet werden, dass sie abschätzen können, welcher Richtung sie sich nach dem Studium zuwenden möchten.

Eine derartige Verpflichtung zur späteren Ausbildung und Niederlassung ist weder gerecht noch die Lösung des eigentlichen Problems. Zum Anderen erscheint es nur zu einfach, ein Interesse, das nicht vorhanden ist, vorzutäuschen.

Eine flächendeckende, gute Versorgung ist der bvmd ein Anliegen, wie sie bereits 2010 deutlich gemacht hat. Um dies zu erreichen ist aber eine ehrliche Debatte und Analyse der Strukturen erforderlich, in die die bvmd gerne die studentische Position einbringt.

Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden glaubt, dass es sowohl im Interesse der Bewerber als auch der Universität ist, wenn Auswahlverfahren diejenigen Bewerber bevorzugen, die am besten für das Studium und den ärztlichen Beruf geeignet sind und das Studium mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich abschließen können. Daher bringt sich die bvmd sehr gerne konstruktiv in weitere Diskussionen zur Entwicklung der Studiumszulassung ein.

Literaturhinweis:
(1) http://www.rp-online.de/wirtschaft/wir-aerzte-wollen-aus-dem-generalverdacht-raus-1.3405971
(2) http://bvmd.de/fileadmin/intern_alle/Positionspapiere/2011/2011-05-01_Positionspapier_Auswahlverfahren_zum_Medizinstudium.pdf
(3) Trost G, Flum F, Fay E, Klieme E, Maichle U, Meyer M, Nauels HU.Evaluation des Tests für Medizinische Studiengänge (TMS): Synopse der Ergebnisse. Bonn: ITB; 1998.
(4) http://bvmd.de/fileadmin/intern_alle/Positionspapiere/2010/2010-05_Positionspapier_NC-Abschaffung.pdf
(5) http://bvmd.de/fileadmin/intern_alle/Positionspapiere/2010/2010-05_Positionspapier_Landarztquote.pdf

 
Quelle: bvmd



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