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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
18. April 2013

Gewerkschaften fordern flexiblere Übergänge in die Rente

Wirtschaft und Politik müssen aus Sicht der Gewerkschaften mehr tun, damit ältere Beschäftigte bis zur Rente fit bleiben. Kürzere Arbeitszeiten, weniger Schichtdienste und altersgerechte Arbeitsplätze sind nur einige der Forderungen, mit denen die Arbeitnehmervertreter im Bundestagswahlkampf für flexiblere Übergänge in die Rente kämpfen wollen. Von Arbeitgeberseite kam Kritik.

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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) legte am Mittwoch ein Konzept vor, das Bau-Beschäftigte vor dem Abrutschen in Hartz IV bewahren, wenn sie aus Gesundheitsgründen nicht mehr voll arbeitsfähig sind. Das sogenannte Altersflexi-Geld orientiert sich am Saison-Kurzarbeitergeld und soll Verdienstausfälle auffangen, wenn der Arbeitnehmer im Alter von 58 bis 63 Jahren kürzertritt. Von diesen maximal fünf Jahren soll die Leistung ein Jahr lang über eine tarifliche Branchenumlage finanziert werden, der Rest aus Steuermitteln und Beiträgen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Der IG-BAU-Vorsitzende Klaus Wiesehügel verwies auf eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation, derzufolge die Beschäftigten am Bau von allen Branchen am häufigsten vor der Rente langzeitarbeitslos sind: Manche von ihnen scheiden schon zwischen 45 und 50 Jahren aus der Erwerbsarbeit aus. Aus Sicht der Gewerkschaft sind sie "zu jung für die Altersrente, zu gesund für die Erwerbsminderungsrente - aber zu krank für ihren bisherigen Job".

Auch in der Metall- und Elektroindustrie sinke die Quote derer, die noch arbeiten, je näher das Rentenalter rücke, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. "Die schöne neue Arbeitswelt für die Alten ist und bleibt ein Mythos." Die Gewerkschaft forderte eine neue öffentlich geförderte Alterszeit und weniger Einbußen beim vorzeitigen Ruhestand.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisierte die Gewerkschaftsforderungen. Die Zahl der Arbeitnehmer über 60 Jahren habe sich seit 2000 mehr als verdoppelt. Dass der Grad der Beschäftigungen Älterer insgesamt noch niedrig sei, liege nicht an den Arbeitsbedingungen, sondern sei das Ergebnis früherer Vorruhestandsprogramme. "Die IG Metall muss sich entscheiden, ob sie wirklich mehr Ältere in Beschäftigung haben möchte oder den flächendeckenden Vorruhestand fordert", sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände forderte die  Gewerkschaften auf, statt über neue teure Frühverrentungsmodelle nachzudenken, sich besser dafür einzusetzen, "dass künftig noch mehr Beschäftigte bis zum vollen Rentenalter arbeiten".

Der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Wolfgang Strengmann-Kuhn, lobte den Vorschlag der IG BAU, weil es sich dabei "um eine branchenspezifische Lösung handelt, bei der auch die Tarifpartner dabei sind". Hartz IV dürfe keine Brücke in die Rente sein.

Die Altersversorgung ist für 79% der Deutschen bei der Wahlentscheidung wichtig oder sehr wichtig, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der IG Metall ergab. Nur 17% glauben, dass ihre Rente sicher ist und dass die Bundesregierung den richtigen Kurs fährt. TNS Infratest hatte Anfang April 1031 zufällig ausgewählte erwachsene Bundesbürger telefonisch befragt.

 



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