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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
10. April 2013

Patientenbefragung: Keine Zweiklassenmedizin – Zugang und Fachmedizin für alle Krebspatienten

Krebspatienten bescheinigen den niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland in einer aktuellen Patientenbefragung ein sehr gutes Kommunikationsverhalten: Sie fühlen sich emotional unterstützt und erkennen die offene und direkte Kommunikation der behandelnden Krebsspezialisten an. Die hohe Zufriedenheit geht dabei quer durch alle Patientengruppen. Auch zwischen gesetzlich und privat Versicherten gibt es keine Unterschiede.

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Bei der "Patientenbefragung 2011" des Wissenschaftlichen Instituts der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) wurden im Herbst 2011 jeweils 60 Patientenfragebögen an 267 niedergelassene Hämatologen und Onkologen verteilt. 12.778 Fragebögen wurden zurückgesandt, eine Rücklaufquote von nahezu 80 Prozent. Untersucht wurde, wie Patientinnen und Patienten bei niedergelassenen Krebsspezialisten die Kommunikation mit ihrem Arzt wahrnehmen. "Wir begrüßen es, dass erstmals auch der Versicherungsstatus unserer Patienten als Variable einbezogen wurde. Damit ist nun belegt, dass es bei Terminvergabe, Wartezeiten oder beim Kommunikationsverhalten des behandelnden Onkologen keinen Unterschied zwischen privat und gesetzlich Versicherten gibt", betont der BNHO-Vorsitzende PD Dr. Stephan Schmitz.

Krebsspezialisten: Unterstützend, offen, patientenorientiert

Der für die Befragung eingesetzte KOVA-Fragebogen wurde am Universitätsklinikum Freiburg entwickelt und validiert. Er erlaubt es, unabhängig von der jeweiligen Indikation objektiv zu untersuchen, wie Patienten das Kommunikationsverhalten ihrer Ärzte bewerten. Der KOVA-Fragebogen enthält 32 Fragen zu vier Skalen: "Patientenorientierung und Patientenpartizipation", "effektive und offene Kommunikation", "emotional unterstützende Kommunikation" und "Kommunikation über persönliche und private Verhältnisse". Auf Basis der Antworten wird das Kommunikationsverhalten separat für jede Kommunikationsebene auf einer Skala von 0 bis 100 bewertet.

Bei allen vier Kommunikationsebenen erreichten die niedergelassenen Krebsspezialisten laut WINHO-Studie hohe Ergebniswerte. Vor allem bei der "emotional unterstützenden Kommunikation", bei der "effektiven und offenen Kommunikation" und bei der "Patientenorientierung und Patientenpartizipation" wurden mit im Mittel 87,6 bzw. 86,3 bzw. 81,3 Punkten jeweils sehr hohe Punktzahlen erzielt. Bei der "Kommunikation über persönliche Verhältnisse" wurden im Mittel 70,1 Punkte erreicht.

Die Anerkennung einer differenzierten Kommunikation zog sich dabei durch alle Patientengruppen. Alter, Geschlecht, Bildungsunterschiede oder der Versichertenstatus wirkten sich nicht aus. Besonders interessant waren in diesem Zusammenhang die Fragen nach Terminvergabe und Wartezeiten: Sowohl GKV- als auch PKV-Patienten waren zu über 90% mit der Terminvergabe zufrieden. Zufrieden mit den Wartezeiten waren in beiden Gruppen zwischen 75 und 80%. Generell zeigt sich, dass Ärzte, die in einer Kommunikationsebene gut abschneiden, oft auch in den anderen Kommunikationsebenen überdurchschnittlich bewertet werden. Insgesamt bestätigt die Studie eine hohe Gesamtzufriedenheit. 95% der Befragten würden Freunden ihren Krebsspezialisten weiterempfehlen.

Kommunikation ist Teil des medizinischen Erfolgs

"Die Ergebnisse zeigen die hohe Kommunikationskompetenz der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen", resümiert Schmitz. "Niedergelassene Krebsspezialisten können sich für das ärztliche Gespräch mit Patienten und ihren Angehörigen Zeit nehmen. Die WINHO-Untersuchung zeigt, dass das von den Patienten auch wahrgenommen und geschätzt wird." Dabei geht es nicht nur darum, dass sich die Patienten gut betreut fühlen. "Eine intensive Patientenkommunikation wirkt sich auch auf den medizinischen Erfolg einer onkologischen Therapie aus", so Schmitz. Patienten, die sich emotional geborgen fühlen und den Eindruck haben, offen mit ihrem Arzt kommunizieren zu können, sprechen eher über Nebenwirkungen, erhalten entsprechend effektivere Begleittherapien und zeigen insgesamt eine bessere Therapieadhärenz. Letztlich wird die onkologische Versorgung dadurch sogar kosteneffektiver.

"Das hohe Niveau etablieren wir nur, wenn sprechende Medizin wieder vergütet wird und insgesamt die onkologische Versorgung in der Arztpraxis auch angemessen honoriert wird. Um die Stärken der niedergelassenen Hämatologie und Onkologie gerade im kommunikativen Bereich besser nutzen zu können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Das ist unter den gegenwärtigen Bedingungen mit Regelleistungsvolumina und Pauschalierung nicht der Fall", betont der BNHO-Vorsitzende.

 
Quelle: BNHO e.V.



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