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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
12. April 2013

Neue G-BA-Entscheide bringen Diabetes-Verbände auf die Straße: Aufruf zur Demo gegen Therapieeinschränkungen

Diabetes-Verbände kritisieren die jüngsten G-BA-Entscheide zur Versorgungseinschränkung bei modernen Arzneimitteln, die jedoch nach Meinung ihrer Fachleute und Betroffener Unterzuckerungen besser vermeiden und die Lebensqualität erhöhen. Diabetiker und ihre Behandler wehren sich ebenfalls gegen drohende Zuzahlungen für moderne Insuline und fordern eine Nationale Diabetes-Strategie für Deutschland. Deswegen werden Ärzte, Berater und Betroffene gemeinsam am 9. Mai 2013 in Leipzig im Rahmen des Diabetes Kongresses 2013 demonstrieren.

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Unter dem Motto "Diabetes STOPPEN – jetzt!" wollen die Verbände diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) und die beiden bundesweiten Selbsthilfeorganisationen Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) und der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) den Himmelfahrtsfeiertag nutzen, um möglichst viele Ärzte, Berater, Betroffene und Interessierte zu mobilisieren. Mit der Kundgebung wollen sie gemeinsam auf die Defizite in der Versorgung und Forschung aufmerksam machen. Die Kundgebung  wird am Donnerstag, den 9. Mai 2013, um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz in Leipzig stattfinden.

Aktueller Anlass der Demonstration sind mehrere Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), wonach für die Wirkstoffe Linagliptin und Dapagliflozin kein Zusatznutzen attestiert wurde, weshalb diese sicheren Therapieoptionen in Deutschland nicht mehr verfügbar sein werden. Außerdem wurden für alle Insuline Festbeträge festgelegt, was bedeuten könnte, dass die Kosten für teurere Analoginsuline demnächst von erwachsenen Pumpenträgern selbst getragen werden müssten.

"Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) folgt in den meisten Fällen den IQWiG-Empfehlungen, ohne die Stellungnahmen und Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften zu berücksichtigen. Das muss sich unserer Meinung nach dringend ändern, zum Wohle der Patienten", sagt Prof. Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der DDG. Jeder Patient, der einen DPP-4 oder SGLT2-Inhibitor medizinisch benötigt, müsse ihn auch in Zukunft erhalten können, so der Diabetologe. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes Dieter Möhler kritisiert die fehlende ethische Dimension bei den Entscheidungen des G-BA und appelliert an die Politik ,"endlich die betroffenen Menschen und nicht nur Einsparungen in den Mittelpunkt zu stellen". Jan Twachtmann, Vorstandsvorsitzender der DDH-M, fordert: "Schluss mit der Missachtung der Belange von Betroffenen!" und gemeinsam mit Dieter Möhler: "Patientenvertreter im G-BA müssen ein Stimmrecht erhalten!" Bislang haben Patienten nur das Recht, angehört zu werden.

Die Vorstandsvorsitzende des VDBD, Elisabeth Schnellbächer, fügt einen weiteren Grund für den Protest an: "Eine gute Versorgung von Menschen mit Diabetes beinhaltet neben der medikamentösen Therapie auch Beratungen und Schulungen. Wir halten aber den Umfang und die Frequenz der Schulungen für absolut unzureichend. Auch hier muss die Politik nacharbeiten, um den Menschen mit Diabetes eine Lebensstiländerung zu erleichtern." Und der Vorstandsvorsitzende von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, Prof. Dr. med. Thomas Danne ergänzt: "Wir fordern mit der Aktion Diabetes STOPPEN - jetzt! eine Nationale Diabetes-Strategie, die sich in drei Kernforderungen zusammenfassen lässt: Bestmögliche Versorgung sichern, gesunden Lebensstil fördern und Selbsthilfe stärken. In 17 von 26 europäischen Ländern gibt es einen Nationalen Diabetes-Plan, in Deutschland gibt es diesen nicht, das ist eine Schande."
Unterstützt wird die Protestaktion auch vom Landesverband Sachsen des DDB. Alle Selbsthilfegruppen sind aufgerufen, sich an der Kundgebung zu beteiligen.
 
Veranstaltungstermin:
Donnerstag (Christi Himmelfahrt), den 9.05.2013 um 18.30 Uhr - 19.15 Uhr
Markplatz, 04109 Leipzig
Weitere Informationen zur Kampagne unter www.diabetes-stoppen.de

 
Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe



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