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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
12. März 2013

Deutsche Hochschulmedizin: KBV berichtet falsch über ärztliche Ausbildung

Am 1. März 2013 hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ein Positionspapier zur Sicherstellung der ambulanten Gesundheitsversorgung veröffentlicht. Dabei werden eigene KBV-Zahlen falsch wiedergegeben und darauf aufbauend die ärztliche Ausbildung in Misskredit gebracht. Hierzu nimmt die Hochschulmedizin Stellung: 35% der Nachwuchsmediziner sind bereit, Hausarzt zu werden

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Nach dem „Berufsmonitoring Medizinstudenten 2010“ von KBV und Universität Trier sind 34,9% der Studierenden im PJ bereit, Hausarzt in eigener Praxis zu werden. In der aktuellen Kampagne der KBV heißt es jedoch, dass nur 10% der Absolventen dazu bereit seien. Die KBV weicht damit um rund 25% von den eigenen Angaben ab. „Die KBV setzt nun den Anteil der Absolventen der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner von 9,4% mit den Absolventen des Medizinstudiums gleich“, erläutert Prof. Heyo Kroemer, Vorsitzender der Deutschen Hochschulmedizin und Präsident des MFT Medizinischen Fakultätentages. „Wenn man falsche Personengruppen vergleicht, kann man auch nicht zu richtigen Schlussfolgerungen kommen“, kommentiert Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), die KBV-Verlautbarungen.

Hausärzte sind nicht nur Allgemeinmediziner

Weiterbildungsfächer mit der Möglichkeit, als Hausarzt tätig zu werden, sind bei Nachwuchsmedizinern besonders beliebt. So zeigt das „Berufsmonitoring Medizinstudenten 2010“, dass die Fächer Innere Medizin, Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendmedizin die ersten drei Plätze der Beliebtheitsskala belegen. „Da im PJ für die die große Masse der Studierenden Weiterbildungen in Betracht kommen, aus denen sich die Gruppe der Hausärzte rekrutiert, stellt sich die Frage, was in hausärztlichen Berufsausübung verbessert werden muss“, sagt Heyo Kroemer.

Interesse an der kurativen Medizin wächst weiter

Obwohl aktuell eine strukturierte Stärkung der Allgemeinmedizin im Rahmen einer Novellierung der ärztlichen Approbationsordnung vollzogen wird, sei das Studium nicht zeitgemäß, behauptet die KBV. Auch die Bereitschaft der Absolventen, kurativ tätig zu werden, würde sinken. „Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Immer mehr Studierende wollen kurativ tätig werden, und auch das Fach Allgemeinmedizin freut sich wachsender Beliebtheit“, stellt Heyo Kroemer klar.

Die KBV-Studie zeigt auch, dass diese berufliche Orientierung nicht mit der Anzahl allgemeinmedizinischer Praxen korreliert, die in die Lehre einbezogenen werden. Es spielt also keine signifikante Rolle, ob ein Ausbildungsstandort 80 oder 280 allgemeinmedizinische Lehrpraxen aufweist. Ebenso zeigt die KBV-Untersuchung, dass Lehrstühle für Allgemeinmedizin keinen großen Einfluss auf die Berufswahl haben. Das Berufsmonitoring macht deutlich, dass die Probleme in der Weiterbildung und der realen Situation des Berufslebens liegen.

Landärztemangel hat nichts mit der Grundausbildung zu tun

„Es wird von den berufsständischen Organisationen verkannt, dass das Medizinstudium an den Universitäten zunächst der ärztlichen Grundausbildung dient. Ziel ist die allgemeine Berufszulassung, mithin die Approbation als Arzt. Die Qualifizierung für den weiteren Beruf erfolgt dann spezifisch durch die Weiterbildung. Das Studium dient deshalb nicht dazu, ein aufkommendes Versorgungsproblem zu lösen, das durch Versäumnisse auf anderen Ebenen entsteht“, so Heyo Kroemer.

„Wenn die KBV es nicht schafft, ihren Sicherstellungsauftrag zu erfüllen, sollte sie nicht die Universitätsmedizin als Sündenbock bemühen. Es gilt vielmehr zu klären, was Hausärzte können müssen und in welchen Rahmenbedingungen sie arbeiten sollen. Hierzu zählen auch die Vergütungsstrukturen“, gibt Rüdiger Strehl zu bedenken.

 
Quelle: MFT Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland e. V.



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