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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
25. Januar 2013

Mehr zahnärztliche Vorsorge für pflegebedürftige Menschen

Die Thüringer Zahnärzte fordern mehr Vorsorge für pflegebedürftige und behinderte Menschen. Der Landtag wird hierzu am Freitag einen Antrag der FDP-Fraktion (Marian Koppe) beraten. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, sich im Bundesrat für eine Erweiterung des Leistungskatalogs im Sozialgesetzbuch einzusetzen.

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„Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen sind eine Hochrisikogruppe für Karies- und Parodontalerkrankungen. Sie benötigen daher eine besondere zahnärztliche Versorgung und zusätzliche Vorsorge. Diese Leistungen allerdings werden von den Gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht erstattet“, beklagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Thüringens, Dr. Karl-Friedrich Rommel.

Dr. Andreas Wagner, Präsident der Landeszahnärztekammer Thüringen, verweist auf die erfolgreiche zahnmedizinische Prävention bei Kindern und Jugendlichen: „Durch gemeinsame Kraftanstrengungen von Gesundheitspolitik, Krankenkassen und Zahnärzten konnten wir die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen deutlich verbessern. Wichtige Angebote sind jedoch gesetzlich nur bis zum 18. Lebensjahr begrenzt. Für pflegebedürftige und behinderte Menschen, die nicht in der Lage sind, eine ausreichende Prophylaxe zu betreiben, müssen sie aber auch darüber hinaus gelten.“

Mundgesundheit mit Einfluss auf gesamten Körper

Die Mund- und Zahngesundheit besitzt große Wirkung auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Eine mangelnde Mundhygiene kann Auslöser anderer Krankheiten sein.

Zugleich ist die Mundgesundheit pflegebedürftiger und behinderter Menschen schlechter als beim Bevölkerungsdurchschnitt: Bei vielen älteren oder behinderten Menschen sind die kognitiven und motorischen Fähigkeiten zunehmend eingeschränkt, eine Pflege der Zähne und Prothesen ist nur noch teilweise oder nicht mehr allein durchführbar. Hinzu kommen eine mögliche Fehl- und Unterernährung ebenso wie Auswirkungen häufig eingenommener Medikamente auf die Mund- und Zahngesundheit. Des Weiteren sind im Alter Veränderungen der Mundhöhlengesundheit zu beobachten (z.B. altersbedingte Mundtrockenheit, Wurzelkaries oder Tumore).

Heim-Patenschaften der Thüringer Zahnärzte bislang ohne angemessene Vergütung

Die Landeszahnärztekammer Thüringen hat bereits 2008 ein Konzept entwickelt, das Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen eine zahnmedizinische Versorgung ermöglicht. Patenzahnärzte kümmern sich - allerdings ohne angemessene Vergütung - direkt vor Ort in Thüringer Heimen um die Bewohner und schulen Pflegekräfte in der Zahn- und Prothesenpflege. Außerdem können die Zahnärzte eine mobile Behandlungseinheit zur Behandlung ihrer immobilen Patienten ausleihen.

 
Quelle: Landeszahnärztekammer Thüringen



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